So arbeiten Süßwarentechniker

Azubi Nadine Kinder am Mixgerät: Süßwarentechniker experimentieren auch mit neuen Rezepturen. Kinder lernt bei Bahlsen. (Foto: Peter Steffen)

Den ganzen Tag zwischen Keksen, Pralinen und Schokolade arbeiten: Für wen das traumhaft klingt, der ist in einer Ausbildung zum Süßwarentechniker gut aufgehoben. Die Fachkräfte kontrollieren etwa den Herstellungsprozess in Keksfabriken.

Zum 1. August 2014 trat für den Beruf eine neue Ausbildungsordnung in Kraft. "Neue Technologien haben die bisherige Aufteilung in die einzelnen Fachrichtungen Dauerbackwaren, Konfekt, Schokolade und Zuckerwaren überflüssig gemacht", erklärt Michael Assenmacher vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin. Die Arbeitsabläufe sind in den vergangenen Jahren deutlich prozessorientierter und technisierter geworden. Die neue Berufsbezeichnung "Süßwarentechnologe" soll dem Rechnung tragen.

Mit der neuen Ausbildung sollen die angehenden Süßwarenspezialisten künftig breiter und einheitlicher qualifiziert werden. Auf dem Programm stehen bald auch die Einsatzgebiete "Knabberartikel" und "Speiseeeis". "Damit werden erstmalig alle von den Unternehmen der Süßwarenindustrie hergestellten Produkte auch in der Ausbildung erfasst", sagt Ernst Kammerinke, Geschäftsführer im Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) in Bonn.

Rund 100 junge Menschen beginnen pro Jahr eine Ausbildung zur Fachkraft für Süßwarentechnik. Eine von den Lehrlingen ist Nadine Kinder. Die 21-Jährige arbeitet im ersten Ausbildungsjahr als Fachkraft für Süßwarentechnik beim Gebäckhersteller Bahlsen in Hannover. Tagtäglich hat sie ein wachsames Auge auf die Ware, die gerade maschinell hergestellt wird. Im Backlabor prüft sie, ob bestimmte Zutaten durch neue Stoffe - zum Beispiel nachhaltig produzierte statt herkömmliche Schokolade - ausgetauscht werden können, ohne dass das Endprodukt darunter leidet. "Spannend ist aber vor allem, dass ich auch als Azubi ständig eigene Produktideen einbringen darf und soll", erzählt die 21-Jährige.

Von den Bewerbern wird kein spezieller Schulabschluss erwartet. Sie sollten aber fit in Mathematik sein, weil sie für komplizierte Rezepturen die genaue Menge an Zutaten berechnen müssen. Und wer sich in Chemie auskennt, kann etwa die Wirkungsweise von Treibmitteln besser verstehen.

Neben der Ausbildung im Betrieb besuchen die Azubis insgesamt zwölf Wochen lang den Berufsschulunterricht der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft in Solingen. Dort stehen Fächer wie Qualitätssicherung oder Produktentwicklung auf dem Stundenplan. Die Ausbildungsvergütung ist tarifvertraglich geregelt. Azubis erhalten je nach Bundesland nach BDSI-Angaben zwischen 638 und 688 Euro im ersten, 771 und 804 Euro im zweiten sowie 822 bis 944 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Das Gehalt einer fertigen Fachkraft variiert nach Unternehmen und Bundesland und kann zwischen 2300 und 2700 Euro im Monat liegen.


dpa-Magazin / mag
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