Alexwache neben WC-Pavillon: Innensenator Andreas Geisel will Neubau mitten auf Alex

Der Chef vom Abschnitt 32, René Behrendt, hat das Konzept für die Alexwache entwickelt. Die Polizei soll einen Pavillon zwischen Berolina- und Alexanderhaus bekommen. (Foto: Dirk Jericho)
 
Exakt hier soll der Pavillon für die Alexwache bis Herbst gebaut werden: A 32-Chef René Behrendt, Innensenator Andreas Geisel und Polizeipräsident Klaus Kandt. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Alexanderplatz |

Mitte. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat gemeinsam mit Berlins Polizeipräsidenten Klaus Kandt und dem Chef der Bundespolizei, Dieter Romann, die Pläne für die neue Alexwache vorgestellt.

Mitten auf dem Alexanderplatz, direkt neben dem Wall-WC-Center, soll die neue Alexwache stehen: ein 70 Quadratmeter großer Pavillon mit dem großen Schriftzug „Polizei“ auf dem Dach und darunter der Name „Alexwache“. So soll das neue Polizeirevier aussehen, in dem drei Polizisten vom zuständigen Abschnitt 32 sieben Tage die Woche rund um die Uhr erreichbar sind. Abschnittschef René Behrendt bekommt 20 zusätzliche Polizisten für die Alexwache, wie Geisel sagte. Jeweils einen Arbeitsplatz sollen die Bundespolizei und das bezirkliche Ordnungsamt besetzen, so dass insgesamt fünf Leute Dienst schieben. Die Bundespolizisten und Ordnungsamtskollegen sind nicht 24 Stunden anwesend, „aber jeden Tag“, wie der Präsident des Bundespolizeipräsidiums sagt.

Mehr Sicherheit

Die Alexwache soll die Sicherheit auf dem Platz deutlich erhöhen; Bürger können dort jederzeit Anzeigen aufgeben und Hilfe bekommen. Das Besondere der Kombiwache, die unter der Zuständigkeit der Landespolizei stehen wird, ist, dass Bundespolizisten Anzeigen von Straftaten auf dem S-Bahnhof direkt bearbeiten können. Die Bundespolizei ist für die Bahnanlagen zuständig. In Hamburg gibt es seit acht Jahren eine Kombiwache von Landes- und Bundespolizisten. In dem Anbau am Hamburger Bahnhof haben jedoch, anders als in Berlin, die Bundespolizisten das Sagen.

Das vom rot-rot-grünen Senat als Alexwache bezeichnete Revier direkt vor Ort ist Teil des Sicherheitskonzeptes von Innensenator Andreas Geisel (SPD) und wurde am 10. Januar beschlossen. In den kommenden Tagen will Geisel den Vertrag mit der Bundespolizei unterzeichnen. Dann soll der Bauantrag für den Pavillon, der in der Sichtachse zur Bahnbrücke und den Rathauspassagen zwischen Wall-Klo und Tramgleisen steht, von der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) errichtet werden. Wie Geisel sagt, muss das bezirkliche Stadtplanungsamt „noch überzeugt werden“. Die Behörde will kein neues Gebäude auf dem Alexanderplatz.

Zehn Standorte geprüft

Unter den zehn geprüften Standorten für die Alexwache war auch das Erdgeschoss im Alexanderhaus an der Dircksenstraße, wenige Meter neben dem jetzt favorisierten Standort. Darüber hatte Geisel mit der Sparkasse, der die Räumlichkeiten gehören, verhandelt. Die Sparkasse hat die frühere Filiale aber mittlerweile vermietet. „Das hätte man im vergangenen Jahr entscheiden müssen“, sagte Geisel.

Über die Einrichtung einer Alexwache wird seit dem Mord an Jonny K. im Oktober 2012 gestritten. Der bisherige CDU-Innensenator Frank Henkel hatte eine vom damaligen Koalitionspartner SPD geforderte Kombiwache auf dem Alex stets abgelehnt. Henkel wollte statt fester Wache mehr Videoüberwachung. Der Alexanderplatz und die Gegend rund um das Rathausforum gelten als kriminalitätsbelasteter Ort. Immer wieder kommt es dort zu Gewalttaten wie Körperverletzungen, Schlägereien und sogar Mord. 300 000 Menschen passieren täglich den Alex. Laut Abschnittsleiter René Behrendt nehmen vor allem Taschendiebstähle immer mehr zu.

Das Ordnungsamt wird in der neuen Alexwache auch präsent sein. Bürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) will dafür zusätzliche Mitarbeiter. Senator Geisel sieht ein, „dass das Ordnungsamt handlungsfähig sein muss“ und nicht in Wedding Personal abzieht, um die Alexwache zu besetzen. Zusagen für neue Leute wollte Geisel nicht machen. „Ich werde mich darum kümmern“, sagte er nur. DJ
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