Diebe stehlen 100 Kilogramm schwere Goldmünze aus dem Bodemuseum

Berlin: Bodemuseum |

Mitte. Der spektakuläre Raub war nicht in ein paar Minuten zu schaffen. Ohne dass die Alarmsysteme ausgelöst haben, haben Diebe eine zwei Zentner schwere Goldmünze aus dem Münzkabinett des Bodemuseums geschleppt.

27. März, Montagmorgen, zwischen 3.20 und 3.45 Uhr: Bevor die erste S-Bahn zwischen Hackeschem Markt und Friedrichstraße fuhr, stiegen die Räuber mit einer Leiter über ein Fenster eines ehemaligen Brückensockels an der Bahntrasse, die früher das Bode- mit dem Pergamonmuseum verband, in das Museum ein. In dem Anbau, drei Meter über der Bahntrasse, soll sich der Umkleidebereich der Sicherheitsmitarbeiter befinden. Ob die Sicherheitsleute der privaten Wachschutzfirma Helfer waren, ist Teil der Ermittlungen. Jedenfalls haben die Alarmsysteme nicht ausgelöst. Die Einbrecher spazierten mit Sackkarre zum Münzkabinett, zerschlugen dort eine Panzerglasvitrine und schleppten die Münze aus der derzeitigen Ausstellung „Muse Macht Moneten“ zum Einstiegsfenster. Die Münze hat einen Durchmesser von 53 Zentimeter und ist 100 Kilogramm schwer. Sie wurde 2007 von der Royal Canadian Mint ausgegeben, hat einen Nennwert von einer Million Dollar. Die „Big Maple Leaf“ mit dem Konterfei von Queen Elizabeth II. hat einen aktuellen Goldpreis von rund 3,7 Millionen Euro. Experten gehen davon aus, dass die Diebe die Münze einschmelzen und als Goldbarren verkaufen.

Die Räuber sind mit der Beute wieder die Leiter runter auf die Gleisanlagen, haben die Münze mithilfe einer Sackkarre auf einem schmalen Betonpfad neben den Gleisen 100 Meter weit auf die andere Spreeseite gekarrt und dort in den Monbijoupark geworfen. Die Polizei entdeckte ein Seil, mit dem sich die Täter von der Bahnbrücke abgeseilt haben. Laut Polizei muss dort das Fluchtauto gewartet haben.

Wie ein Sprecher der Staatlichen Museen zu Berlin erklärte, wurden nach dem spektakulären Raub in allen 19 Museen die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. „Wir sind schockiert, dass die Einbrecher unsere Sicherheitssysteme überwunden haben, mit denen wir seit vielen Jahren unsere Objekte erfolgreich schützen“, sagte Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen. Hinweise an das Kommissariat für Kunstdelikte unter  46 64 94 44 00 oder jede andere Polizeidienststelle. DJ
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