Drei schwarze Männer: Polizei veröffentlicht nach Münzraub im Bodemuseum Videobilder

Mitte. Die Polizei ist auch mehr als drei Monate nach dem spektakulären Raub einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Münzkabinett des Bodemuseums den Tätern noch nicht auf der Spur. Die Ermittler erhoffen sich jetzt Hinweise durch die Veröffentlichung von Überwachungsvideos vom S-Bahnhof Hackescher Markt.

Es war eine der spektakulärsten Raubtaten, als am 27. März zwischen 3.20 und 3.45 Uhr Einbrecher mit einer Leiter über ein Fenster eines ehemaligen Brückensockels direkt an der Bahntrasse in das Bodemuseum kletterten, die mehr als 100 Meter zum Münzkabinett spazierten, die Panzerglasvitrine zerschlugen und eine Riesenmünze (Durchmesser 53 Zentimeter, 100 Kilogramm schwer, Wert rund 3,7 Millionen Euro) aus dem Museum bugsierten. Die Räuber sind mit der Beute wieder über die Leiter auf die Gleisanlagen, haben die Münze mithilfe einer Sackkarre auf einem schmalen Betonpfad neben den Gleisen auf die andere Spreeseite gekarrt und dort in den Monbijoupark geworfen. Vom „Big Maple Leaf“, wie die Sondermünze der Royal Canadian Mint heißt, fehlt bis heute jede Spur.

Die Polizei hat jetzt Videoaufnahmen veröffentlicht, auf denen die drei mutmaßlichen Räuber zu sehen sind. Oder eher nicht zu sehen sind. Die zwei Minuten langen Aufnahmen stammen aus sechs Überwachungskameras vom S-Bahnhof Hackescher Markt. Zu sehen sind drei Männer in schwarzer Kleidung, die die Treppe hochkommen und im Gänsemarsch in der Tatnacht gegen drei Uhr den Bahnsteig entlanglaufen und über die Bahngleise, auf denen zu dem Zeitpunkt kein Zugverkehr herrschte, in Richtung Monbijoupark/James-Simon-Park zum Museum gehen. Die Männer haben ihre Basecaps tief ins Gesicht gezogen, darüber schwarze Kapuzen, die Köpfe halten sie nach unten, so dass man kein Gesicht erkennen kann. Einer trägt einen Rucksack. Die Polizei hat auch Bilder der zurückgelassen Tatwerkzeuge veröffentlicht: eine nagelneue Schubkarre, eine dreiteilige Aluminiumleiter, eine rollende Transportplatte, einen Türkeil und ein Axt-Griffstück.

Die Staatsanwaltschaft hat eine Belohnung von bis zu 5 000 Euro zur Ergreifung der Täter ausgesetzt. Videos, Fotos und weitere Details gibt es auf der Polizei-Website. Hinweise an das Kommissariat für Kunstdelikte unter  46 64 94 44 00 oder jede andere Polizeidienststelle. DJ
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