Giftiges Päckchen auf dem Nachttisch: Zoll stellt kiloweise Drogen sicher

Mitte. Bei einer Razzia haben Zollfahnder des Fahndungsamtes Berlin-Brandenburg am 17. August in einer Wohnung in Mitte kiloweise Drogen und dem Anschein nach 30 Gramm hochgiftiges Osmium in Pulverform sichergestellt.

Das gab zumindest die Ehefrau von einem der mutmaßlichen Drogenhändler an, als die Beamten bei der Durchsuchung ein Päckchen in einer roten Plastiktüte auf ihrem Nachttisch fanden. Osmium ist ein stahlblaues Metall, das als Pulver in Verbindung mit Sauerstoff hochgradig toxisch wirkt und leicht entzündbar ist. Als Beweis legte die Gattin den Ermittlern ein entsprechendes Gutachten vor, das die Reinheit des Metalls mit 99,96 Prozent bestätigen sollte.

Insgesamt sieben Wohn- und Geschäftsräume von drei Männern im Alter von 31, 32 und 33 Jahren wurden bei der Razzia durchsucht. Unter einem Teppich in einer Physiotherapie entdeckten die Fahnder eine Falltür, die in ein Kellergewölbe führte. Auf der obersten Treppenstufe stand eine geöffnete Parfümflasche. Sie sollte vermutlich den Geruch von Cannabis überdecken. Die Ermittler fanden im Keller eine bereits abgeerntete Cannabisplantage, rund drei Kilogramm Marihuana und eben soviel Haschisch.

In einer weiteren Wohnung wurden etwa 200 Gramm Kokain, rund 400 Gramm Amphetamin, sogenanntes MDMA (Methylendioxy-N-Methylamphetamin), sowie kleine Mengen von Haschisch, Haschischöl und Marihuana sichergestellt.

Die drei Verdächtigen wurden vorläufig festgenommen, gegen zwei von ihnen Haftbefehle erlassen. Seit Dezember 2014 wurde gegen sie wegen des Verdachts des Drogenhandels ermittelt. Das Päckchen Osmium wurde in das Landeskriminalamt Berlin gebracht. Es soll dort in den nächsten Tagen analysiert werden.JK
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