Polizisten auf Klautour: Experten zeigen per Rollenspiel die Tricks der Taschendiebe

Polizisten als Schauspieler. Hier zeigen sie den Stadtplan- oder Abdecktrick. Während der Dieb die Opfer mit Fragen ablenkt, klaut er das auf dem Tisch liegende Handy. (Foto: Dirk Jericho)
 
Polizisten als Schauspieler. Der Klemmbretttrick: Das Opfer trägt sich in die vermeintliche Unterschriftenliste ein; die Diebin klaut in der Zeit Geld und gibt es sofort an einen Komplizen weiter. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Polizisten haben in gespielten Szenen Passanten gezeigt, wie Taschendiebe arbeiten und wie man sich davor schützen kann.

Es ist eigentlich ganz einfach, nicht auf die Tricks der Taschendiebehereinzufallen. Man muss nur auf seine sieben Sachen aufpassen und die Masche der Klauprofis kennen. Machen aber die meisten nicht. Vor allem Touristen sind leichte Beute, weil sie unachtsam auf Sightseeing-Tour knipsen und gar nicht merken, wie die Diebe ihre Handys und Geldbörsen stibitzen. Taschendiebstähle nehmen immer mehr zu. Im letzten Jahr wurden 32 121 Taten angezeigt. Die Aufklärungsquote liegt bei nur vier Prozent, wie Kriminaloberkommissarin Janine Frey vom Kripo-Fachdezernat für Taschendiebstahl sagt. Es ist relativ schwierig, den gewieften Trickdieben das Handwerk zu legen.

Die Polizei setzt deshalb auf Prävention und möchte die Bürger sensibilisieren. In gespielten Szenen haben Polizisten jetzt im Alexa-Einkaufscenter am Alex gezeigt, wie Taschendiebe arbeiten. Da gibt es zum Beispiel den Antanztrick. Ein als Fan getarnter Dieb umarmt nach einem gewonnen Spiel einen anderen Fan und zieht ihm dabei die Geldbörse aus der Tasche. Davor schützt man sich ganz einfach, in dem man sein Portemonnaie nicht in die Gesäßtasche steckt. Auch sollten die Alarmglocken immer angehen, wenn Fremde einem zu nahe kommen; das sollte jedem in der Bahn und überall suspekt sein. Beim Klemmbretttrick versuchen die Täter unwissende Opfer mit rührenden Geschichten abzulenken. Während der Passant sich in die Unterschriftenliste einträgt und schon sein Portemonnaie in der Hand hält, zuppeln die Diebe unter dem Klemmbrett Scheine aus der Börse. Die Täter nutzen auch die Hilfsbereitschaft der Leute aus. Eine hübsche Frau lässt zum Beispiel etwas fallen. Ein Mann eilt zur Hilfe und vergisst in dem Moment, seinen Koffer nicht loszulassen. Der Komplize verschwindet dann damit. Handys auf Restauranttischen sind auch leichte Beute. Mit dem Stadtplantrick lenken die Täter ihre Opfer ab. Während sie auf der Karte die Straße suchen, fingert der Dieb das Handy weg, das er mit dem Stadtplan abgedeckt hat.

Es gibt etliche solcher Tricks, auf die man nicht reinfallen müsste, wenn man das Thema Taschendiebstahl auf dem Radar hat. „Man sollte seine Wertsachen auch nicht zur Schau stellen“, sagt Janine Frey. Wer in der U-Bahn mit dem Handy spielt und es dann in eine unsichere Jacken- oder Handtasche steckt, macht es potenziellen Dieben leicht. Die beobachten nämlich ihre Opfer und greifen gezielt zu.

80 Polizisten arbeiten bei der Kripo in der Abteilung Taschendiebstahl. Zivilfahnder sind ständig auf den belebten Plätzen wie Alexanderplatz, Unter den Linden oder Hackescher Markt sowie in Einkaufszentren und Bahnen unterwegs und halten nach Langfingern Ausschau. „Die erkennen potenzielle Täter schon von weitem“, sagt Frey. Die Polizei will mit der Präventionskampagne auch für mehr Zivilcourage werben. Jeder kann helfen, wenn er Zeuge einer Straftat wird. Wichtig ist, sofort die Polizei zu rufen und sich so gut wie möglich das Aussehen des Täters einzuprägen. DJ

Mehr Informationen zu den Tricks der Taschendiebe und wie man sich davor schützen kann gibt es auf http://www.berlin.de/polizei/aufgaben/praevention/diebstahl-und-einbruch/artikel.119058.php.
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