Clavie, Pixie und Undercut: Das sind die Trendfrisuren im Winter 2015

In der aktuellen Wintersaison stehen bei den Frauen Holz-Nuancen hoch im Kurs. (Foto: Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks/Erwin Wenzel)
 
Der neue Bob ist länger – er reicht im Idealfall bis zum Schlüsselbein und ist fransig geschnitten. Sein Name: Clavie-Cut. (Foto: Essanelle)

Haareschneiden ist ein Handwerk, eines mit viel Feingefühl noch dazu. Ähnlich wie Produkte werden auch Frisuren Jahr für Jahr weiterentwickelt und die Techniken verändert.

Ein Beispiel: "Eine Weiterentwicklung des sogenannten Undercuts, bei dem Partien rasiert wurden, gehört zu den neuen Techniken", erklärt Roberto Laraia vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks. "Wir nennen sie disconnec-ted, also nicht verbunden. So gibt es eine Art unsichtbarer Trennung zwischen Unter- und Deckhaar."

Generell sind Schnitttechniken derzeit ein großes Thema. Das gilt auch für einen echten Klassiker unter den Frisuren: den Bob. Diese zeitlose Variante begleitet Frauen schon seit den 20er-Jahren. "In der kommenden Saison ist er vor allem in einer längeren Version angesagt, die bis zum Schlüsselbein reicht. Und auch bei ihm sorgt der Schnitt für einen neuen Look: fransiger und natürlicher", sagt Laraia. Dieser Haarschnitt nennt sich Clavi-Cut.

Für lange Haare heißt es: "Sie werden besonders gern wellig im Hippie-Chic getragen", sagt Willi Decker, Hairstylist aus Hamburg. "Daneben bleibt auch Punk ein Thema, dieser Stil ist vor allem bei extrem kurzen Haaren angesagt." Bei kurzen Haaren hat sich bereits im Frühling vor allem ein Schnitt als Trendsetter entpuppt: der Pixie Cut. Der war vielfach gekennzeichnet durch einen extrem kurzen Pony. "Im kommenden Winter ändert sich das", erklärt Starfriseur Shan Rahimkhan aus Berlin. "Deckhaar und vor allem Pony werden deutlich länger getragen, gern auch im Undone-Stil, der aussieht, als hätte man das Haar kurz mit den Händen durcheinandergebracht."

Wieder mit Pony

Apropos Pony: Der führte lange Zeit ein Schattendasein unter den Frisurentrends. Doch in der kommenden Saison meldet er sich zurück: in ganz verschiedenen Längen, teilweise bis zu den Augenbrauen, fransig geschnitten und – ebenso wie der Rest des Stylings – im Undone-Look. Und noch ein Klassiker kehrt zurück: der Wet-Look. "Bei den Stylings heißt es: nass glänzend und ultraglatt – ob kurz, lang oder stufig, der Sleek-Look zaubert einen tollen Rahmen für ein schönes Gesicht", sagt Trendfriseur Dennis Creuzberg aus Berlin. "Auch der sleeky Ansatz in Kombination mit locker fallenden Längen zählt zu den kommenden Winter-Looks."

Doch der tollste Schnitt und das raffinierteste Styling nützen nur wenig, wenn der Haarton matt und ausdruckslos ist. Genau deshalb spielt Farbe bei den Frisuren eine große Rolle. "Absolut angesagt sind Highlights in Bronde, einem Ton, der weder ganz braun noch ganz blond ist", erklärt Willi Decker. Diese Variante ist ein schönes Beispiel für die neue Natürlichkeit, die im Winter auf den Köpfen Einzug halten wird. "So stehen Holz-Nuancen wie Mahagoni hoch im Kurs, bei Kolorationen kommen gern auch drei fein aufeinander abgestimmte Farben zum Einsatz, die nahtlos ineinander übergehen und ein harmonisches Ganzes bilden", beschreibt Laraia.

Für Creuzberg bestimmen daneben auch kühle und klare Farben die kommende Saison: "Dabei treffen wir auf Blond in eisigen Nuancen bis hin zu einem Silberschimmer", erläutert der Friseur. "Selbst die Rottöne werden kühl, und anstelle eines warmen Goldschimmers sind rauchige Asch-Töne ein Thema."
dpa-Magazin / mag
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