Das Einstecktuch im Sakko

Der Gentleman trägt Tuch - aber in gewagter Kombination: etwa eine leuchtend rote Pochette locker gebauscht in den blauen Anzug. (Foto: Sieger/dpa/mag)

Gerade junge Männer stecken sich ein Tuch sich ins Sakko und zeigen damit: Ich bin ein Gentlemen.

Aber sie tragen das Sakko zur gar nicht so feinen Jeans. Denn die Männermode soll derzeit zwei Gegensätze vereinen: Sie soll lässig, aber zugleich schick sein. Das Einstecktuch im Sakko können Männer daher jederzeit tragen - ohne Angst haben zu müssen, zu schick angezogen zu sein, findet Personal Shopperin Sonja Grau aus Ulm.Die Designer machen es vor: Roy Robsen kombiniert ein Tuch zur Cordjacke, dazu trägt der Mann Polohemd. Patrizia Pepe lässt das Sakko mit Tuch zum Jeanshemd tragen. Bei s.Oliver blitzt aus der Brusttasche eines karierten Sakkos eine Zierborte in Rot und Schwarz heraus. Eine kunterbunte Pochette steckt Eton in eine schwarze Jacke. Etwas Dandyhaftes vermittelt der strahlend blaue Anzug von Sieger, ein ebenso leuchtend rotes Tuch steckt locker in der Brusttasche.

Gefaltet wird das Tuch auf verschiedene Weisen und je nach Anlass. Für ein Geschäftsessen sollte es etwa viereckig sein - die klassische Faltung, erklärt Modekritiker Bernhard Roetzel aus Berlin. Lässig gemäß der aktuellen Mode sitzt das Tuch in der Bauschfaltung in der Sakkotasche. Das Signal: Ich habe mich nicht in Schale geworfen, ich bin schon so elegant. "Die strengere Form ist im Geschäftsbereich aber die sicherere Variante", rät Roetzel.

Literatur: Roetzel, Bernhard: "Der Gentleman: Handbuch der klassischen Herrenmode", h.f.ullmann publishing, 360 Seiten, 24,99 Euro, ISBN: 978-3848001972.

dpa-Magazin / mag
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