Fasten kann Einstieg in gesünderes Leben erleichtern

Die Gewichtsabnahme sollte nur ein Nebeneffekt des Fastens sein - viel entscheidender ist es, seinen Lebensstil zu überdenken. (Foto: Mascha Brichta)

Jedes Jahr im Frühjahr sind Zeitungen und Zeitschriften voll von Diät-Tipps. Oft ist dann auch die Rede von Fasten. Doch zum Abnehmen geeignet ist eine Fastenkur nicht. Es geht um etwas anderes: Fastenanhänger sind der Ansicht, dass eine Phase ohne feste Nahrung Körper und Seele reinigt, glücklich macht und sogar Krankheiten lindert.

Über Brühen, Säfte und Tees nehmen die Fastenden täglich rund 250 Kalorien zu sich - viel Bewegung gehört zum Tagesablauf und sorgt dafür, dass in der Zeit weniger Muskelmasse abgebaut und stattdessen die Fettverbrennung verstärkt wird. Entwickelt wurde die Methode von Otto Buchinger im frühen 20. Jahrhundert, sein Enkel Andreas ist heute ein bekannter Fastenarzt.Buchinger setzt Fasten etwa bei Stoffwechselstörungen, Arthrosen, Rheuma und Darmproblemen ein. Die Liste der Indikationen ist lang - ebenso die Liste der Krankheiten, bei denen man auf keinen Fall fasten sollte. Dazu gehören Leber- und Nierenschädigungen, schwere Depressionen, Psychosen, Herzerkrankungen und Diabetes, aber auch Schwangerschaft und Stillzeit. Grundsätzlich gilt: Vor dem Fasten den Hausarzt fragen, ob die eigene Gesundheit es verträgt. Und alleine nicht länger als eine Woche auf Nahrung verzichten. Andreas Michalsen, Professor für klinische Naturheilkunde an der Charité in Berlin, rät zu einer Fastengruppe.

"Es ist wichtig, dass man motiviert ist und ein längerfristiges Ziel hat", ergänzt Andreas Buchinger. "Man muss mit dem Fasten den Gedanken verbinden: Ich will etwas in meinem Leben ändern, um gesund zu werden oder zu bleiben." Das Fasten sei damit wie die Reset-Taste am Computer, vergleicht es Michalsen. Danach dürfe man nicht mit den schlechten Gewohnheiten weitermachen.

Am sogenannten Entlastungstag, dem Tag vor Fastenbeginn, wird nur noch wenig gegessen, Obst oder eine Gemüsesuppe. Zum Fastenauftakt nimmt der Fastende Glaubersalz oder ein anderes Abführmittel. Es ist wahrscheinlich der unangenehmste Teil des Fastens, aber: "Ein nicht optimal gesäuberter Darm fastet nicht optimal", sagt Buchinger. "Denn dann ist der Körper noch mit dem beschäftigt, was zurückgeblieben ist." Das Abführen soll dafür sorgen, dass die ersten Fastentage leichter zu überstehen sind.

Der Speiseplan ist simpel: morgens Tee, mittags Brühe, abends frischer Saft, mindestens 2,5 Liter Flüssigkeit sollen die Fastenden am Tag zu sich nehmen. Das hilft auch gegen das Hungergefühl, wie sie festgestellt hat. Dazu gibt es viel Bewegung, Spaziergänge, Ruhe, Entspannung und Massagen.


dpa-Magazin / mag
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