Jugendliche sollten Experimente wagen

Jugendliche müssen eine Weile herumexperimentieren, bevor sie den passenden Kleidungsstil gefunden haben. (Foto: Silvia Marks)

Mit ihren Klamotten wollen Jugendliche mehr tun, als sich nur anzuziehen. Oft zeigt ihre Kleidung, wer sie sind, was sie gut finden und mit wem sie sich identifizieren.

Den eigenen Stil zu finden, ist aber gar nicht so leicht. Ein paar Tipps können Jugendlichen dabei weiterhelfen:

  • Ausprobieren, experimentieren, kreativ sein: Keiner geht in einen Laden und kommt mit dem perfekten Dress wieder heraus. Deshalb gilt: So viel wie möglich ausprobieren. Die Styleberaterin Karin Mertens rät Jugendlichen, sich erstmal selbst zu hinterfragen: "Wer bin ich? Welche Interessen habe ich? Welche Aussage soll mein Stil haben?" Die Imageberaterin und Autorin Anneli Eick ergänzt: Auch mal auf Komplimente hören. Wenn etwas anderen auffällt, kann das selten hässlich oder stillos aussehen.
  • Gute Mode muss nicht teuer sein: Mertens kritisiert, dass sich viele Jugendliche mit günstigen Klamotten großer Billigketten eindecken. "Das ist schlimm, wenn man immer nur diese Ganz-Billig-Marken sieht. Da können sie tütenweise einkaufen, sehen aber am Ende alle gleich aus." Dabei gibt es auch anderswo günstige Klamotten: "Man kann gern auch mal Second Hand oder auf dem Flohmarkt einkaufen. Damit kann man kreativ sein."
  • Zeit lassen: Nicht jeder muss mit 16 Jahren den perfekten Stil gefunden haben. "Die Pubertät ist eben die Zeit der Suche", sagt Nina Pirk, Kinder- und Jugendberaterin beim Verein "Nummer gegen Kummer". Das gilt besonders für die Mode.
  • Vorbilder suchen: "Vorbilder sind wichtig, ich brauche Ideenquellen", sagt Eick. Diese sollten aber seltener Prominente sein - obwohl die meistens eigene Stilberater haben. "Lady Gaga ist kein Vorbild, Justin Bieber auch nicht. Die spielen ja richtige Rollen." Innerhalb einer Clique ist der Kleidungsstil oft sehr ähnlich - nicht ohne Grund. Dadurch entstehe ein Zusammengehörigkeitsgefühl, weiß Jugendberaterin Nina Pirk. "Man gehört dazu und grenzt sich gleichzeitig von anderen ab. Das sorgt für Orientierung in der Pubertät." Freunde sind deshalb eine gute Inspirationsquelle.

dpa-Magazin / mag
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