Kneipp-Kuren sind echte Wellness-Konzepte

Armbäder sind ein Bestandteil der Kneipp-Kur - doch auch Bewegung und gesunde Ernährung gehören dazu. (Foto: Kneipp-Bund e.V./tmn/dpa/mag)

Wassertreten und kalte Güsse: Diese Anwendungen bestimmen das Bild, das viele Menschen von einer Kneipp-Kur im Kopf haben. Doch das mehr als 150 Jahre alte Konzept ist mehr als das: Die Kneipp-Therapie ist ein durch und durch modernes Wellness-Konzept.

Zwar spielt die Wasser- oder Hydrotherapie, speziell die Hydrothermotherapie, noch immer eine sehr wichtige Rolle, wie der Mediziner Robert M. Bachmann, Experte für Naturheilverfahren in Bad Wörishofen im Allgäu, sagt. Aber schon der Begründer des Programms, der Priesterschüler Sebastian Kneipp (1821-1897), hatte auch gute Ernährung, körperliche Bewegung, innere Balance sowie die Heilkräfte von Kräutern im Kopf.Bei der zentralen Hydrotherapie geht es darum, den Körper durch gezielte Wasserreize zu einer positiven, heilungsfördernden Gegenreaktion anzuregen. Wichtige Voraussetzung: niemals eine kalte Anwendung auf eine kalte Haut, betont Bachmann. Notwendig sei stets gute Vorerwärmung durch Bewegung, warme Luft - zum Beispiel in der Sauna - oder warmes Wasser. Zu kleine Reize bewirkten dabei meist nichts, mittlere Reizstärken fachten die Selbstheilungskräfte an, übergroße Reize schadeten.

"Runter vom Sofa, den PC ab in die Ecke und auf zu Kneipp!" lautet ein Slogan, mit dem zunehmend auch junge Leute für die Kneipp’sche Idee begeistert werden sollen. "Sebastian Kneipps Gesundheitskonzept ist einfach anzuwenden, kostengünstig und liegt in Sachen Wellness und Fitness voll im Trend", sagt Birgit Rudolf von der Bundesgeschäftsstelle der Kneippjugend. Mehr als 600 Kneipp-Vereine in Deutschland zählen rund 160 000 Mitglieder und sehen sich als größte private Gesundheitsorganisation.

Ob die Kosten für eine Kneipp-Kur von der Krankenkasse übernommen oder selbst getragen werden müssen, hängt von den individuellen Versicherungskonditionen ab. Zuständig für die Verordnung einer Kneipp-Kur sind der Haus- oder Facharzt, der Betriebsarzt sowie die jeweilige Krankenkasse. Mit ihnen sollten sich Interessenten vor der Kur-Buchung besprechen.

Informationen im Internet unter www.kneippverband.de sowie www.kneippbund.de.

dpa-Magazin / mag
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