Stinkende Mode könnte gefährlich sein

Riechen die Klamotten im Handel richtig unangenehm, stimmt etwas nicht. Beißender Gestank sei oft ein Zeichen für Schadstoffe, sagt Ralf Diekmann, Experte für Produktsicherheit beim TÜV Rheinland in Köln.

"Es geht hier um einen starken Geruch, der nicht produkttypisch ist. Leder riecht nach Leder, aber riechen Gummistiefel über die Maße nach Gummi, empfehlen wir, darauf zu verzichten." Solche Kleidungsstücke sollten nicht dauerhaft mit dem Körper in Kontakt kommen.

Verbraucherschützer, wie die Prüfer des EU-Warnsystems "Rapex", finden in Europa immer öfter gesundheitsgefährdende Produkte. Ein Drittel der beanstandeten Waren waren Kleidungsstücke wie T-Shirts mit giftigen Chemikalien. 19 Prozent waren gefährliche Spielzeuge. "Zum Beispiel können viele gummierte Teile verbotene Weichmacher enthalten, die Krebs auslösen und die Hormone beeinflussen können", erläutert Diekmann. Eltern tasten Kinderkleidung oder Spielzeug besser vor dem Kauf ab und prüfen die Verarbeitung. Sie sollten darauf achten, ob es scharfe Kanten und Ecken gibt und ob sich etwa Knöpfe an einem Shirt oder Teile einer Puppe leicht lösen können. Denn besonders aufgefallen sind den "Rapex"-Experten bei ihren Tests Textilien und Spielzeug mit Verletzungsgefahr - etwa durch Kordeln und Aufhängebändern an Kleidung.

Diekmann rät: "Fragen Sie den Verkäufer, ob Sie ein verpacktes Produkt in die Hand nehmen dürfen. Denn machen Sie einfach die Verpackung auf, kann es sein, dass Sie es kaufen müssen."

Um Gefahren durch Konsumgüter gleich aus dem Weg zu gehen, rät der Experte, nicht wahllos zu shoppen. Verbraucher sollten sich über die Anbieter informieren. "Sicher sind eigentlich große Handelshäuser und Hersteller, die über ein eigenes Qualitätssicherungssystem verfügen", sagt er. "Diese wollen kein schnelles Geschäft machen, sondern sind um einen guten Ruf bemüht. Daher suchen sie grundlegende Probleme an eigenen Produkten und verlangen auch Nachweise über die Sicherheit von den Fabriken." Beim Internetkauf rät er ebenfalls, nicht bei anonymen Quellen zu bestellen.

An allen Waren müssen in Deutschland nicht nur die vollständigen Sicherheits- und Warnhinweise stehen. Sie müssen laut Diekmann auch in deutscher Sprache sein - ein weiterer Hinweis auf die Qualität. Und der Hersteller oder Importeur muss genannt werden.

"Idealerweise gibt es noch ein unabhängiges Prüfzeichen", sagt Diekmann. "Auf dem Markt hat sich das GS-Zeichen durchgesetzt. Das Besondere daran ist, dass das Produkt und der Hersteller geprüft werden - egal, wo auf der Welt er sitzt."


dpa-Magazin / mag
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