Arzneimittel gehören in den Hausmüll

Alte Medikamente dürfen über die normale Abfalltonne entsorgt werden. (Foto: Franziska Koark/dpa/mag)

Der einfachste Weg ist meist der schlechteste: Arzneimittel im Klo runterzuspülen ist keine gute Idee. Denn auf diese Weise gelangen Arzneimittel in die Umwelt, sagt Claudia Thierbach, Fachgebietsleiterin Arzneimittel im Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau. Kläranlagen können nicht alle Substanzen im Abwasser zurückhalten.

Besser ist es daher, sich auf den Weg zur Schadstoffsammelstelle der Berliner Stadtreinigung (BSR) zu machen. Nur so sei gewährleistet, dass sie auf jeden Fall rückstandslos verbrannt werden, sagt Thierbach. Eine weitere Möglichkeit ist, in einer Apotheke zu fragen, ob dort alte Arzneimittel zurückgenommen werden. Das sei keine Pflichtleistung der Apotheker mehr, erläutert Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. "Aber viele bieten es nach wie vor an." Das Entsorgen über Schadstoffsammelstellen oder Apotheken birgt aber ein Risiko. Denn bevor alte Arzneimittel umweltgerecht entsorgt werden, werden sie von vielen Verbrauchern gesammelt und gelagert. Das Problem: Kinder im Haushalt könnten sich Medikamente schnappen, die mehr oder weniger leicht zugänglich herumliegen. Denn wenn Kinder die oft bunten Pillen entdecken, halten sie sie gern mal für Bonbons und schlucken sie.

Sauber entsorgen

Grundsätzlich erlaubt und sinnvoll ist die Entsorgung über den Hausmüll. Dabei sollten Verbraucher darauf achten, dass sie die Medikamente in der grauen Tonne gut verstecken oder diese vorher in eine alte Zeitung wickeln - ähnlich wie man es mit Glasscherben machen würde, sagt Sellerberg. So verringere sich die Gefahr, dass Kinder beim Spielen auf die Medikamente stoßen. Auch Drogenabhängige, die manchmal gezielt im Müll nach Medikamenten suchen, würden dann nicht so schnell fündig.

So wenig wie Medikamente in die Toilette oder den Ausguss wandern sollten, so wenig sollten Verbraucher sie für wohltätige Zwecke spenden. Das sei meist gut gemeint, gehe aber am Ziel vorbei, sagt Ursula Sellerberg. Zum einen würden in bedürftigen Regionen ganz andere Medikamente gebraucht als hierzulande - zum Beispiel gegen Malaria oder andere Infektionskrankheiten. Zum anderen würden meist Kleinstmengen, noch dazu mit deutscher Beschriftung, gespendet. Das stelle die Empfängerländer vor große Entsorgungsprobleme.

Arzneimittel können bei den Schadstoffsammelstellen der BSR entsorgt werden. Adressen unter http://asurl.de/vi.

dpa-Magazin / mag
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