Bei längerer Heiserkeit zum Arzt

Wer für längere Zeit heiser ist, sollte das nicht auf die leichte Schulter nehmen. (Foto: Kai Remmers/dpa/mag)

Langes, lautes Sprechen oder Singen kann vorübergehend heiser machen. Heiserkeit ist in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge. Doch spätestens, wenn sich nach drei bis vier Wochen die Beschwerden nicht gebessert haben, ist ein Besuch beim Facharzt angesagt.

"Längere Heiserkeit kann zum Beispiel auf Veränderungen an den Stimmbändern hinweisen", sagt Dirk Heinrich, Präsident des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte in Neumünster. Die Veränderungen könnten, müssten aber nicht bösartig sein. Wichtig sei, die Ursache für die Heiserkeit frühzeitig zu entdecken. Man könne genau sehen, ob zum Beispiel eine falsche Sprechtechnik zur Fehlbelastung der Stimmbänder führt.Sogar akuter oder chronischer psychischer Stress kann Heiserkeit auslösen. Angst und Aufregung, Depressionen und sogar Liebeskummer können Menschen regelrecht verstummen lassen. Aber der Stimmverlust kann ebenso Anzeichen für eine Entzündung des Kehlkopfes sein - oder auch für Kehlkopfkrebs, an dem jährlich in Deutschland etwa 3000 Menschen erkranken.

In der täglichen Praxis überwiegt nach den Worten von Heinrich die Zahl der Patienten mit gutartigen Halserkrankungen. Dazu zählen auch viele Menschen, die berufsbedingt viel sprechen oder singen müssen - unter ihnen Schauspieler, Sänger und Radio- und Fernsehmoderatoren.

Jahrelange Erfahrungen in der Betreuung dieser Berufsgruppen hat der Sprechtrainer Alfred Rücker aus Hamburg. Oft sei Unsicherheit die Ursache für Verkrampfung oder Verspannung beim Sprechen. "Man wird heiser, wenn man etwas vorträgt, was man nicht begreift. Vorbereitung ist deshalb alles." Sonst entstehe eine körperliche Verspannung im Kehlkopf.

Neben dem Textverständnis können nach Rückers Worten aber auch Atmen- und Artikulationsübungen zur Entspannung und einer klaren Stimme beitragen und damit der Heiserkeit entgegenwirken. Dazu empfiehlt der Sprechtrainer, bei geschlossenem Mund ein Nasenloch zuzuhalten und durch das andere langsam Luft einzuziehen. Auch könne man Kauübungen machen, bei denen man Worte formt.

Als schädlich für die Stimmbänder nennt Rücker häufiges Räuspern: "Das macht die Stimmbänder nur trocken und reizt noch mehr." Stattdessen empfiehlt er, immer ein Glas Wasser parat zu haben. Außerdem sollte nur so viel Luft eingeatmet werden, wie für einen Gedanken benötigt werde. Doch wenn trotz aller Vorbeugung und Übung die Stimme wegbleibt, ist nach den Erfahrungen der Ärzte Schweigen die beste Erste Hilfe.

Weitere Informationen zum Thema hält der Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte unter www.hno-aerzte-im-netz.de bereit.

dpa-Magazin / mag
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