Fußreflexzonen massieren tut gut

Die Fußreflexzonentherapie soll einen Reiz an ein Organ abgeben und es so bei Heilungsprozessen unterstützen. (Foto: Monique Wüstenhagen)

Mit den Fingerkuppen des Daumen und des Zeigefingers tastet die Therapeutin die Fußsohle ab. Dann kommt der Knöchel an die Reihe, schließlich der andere Fuß. Die Rede ist von Fußreflexzonentherapie, einem alternativmedizinisches Behandlungsprinzip, das schon vor tausenden von Jahren in Asien und Nordamerika angewandt wurde.

Anwendung und Wirkprinzip ähneln der Akupressur: Ist eine Reflexzone am Fuß auffällig, etwa weil sie wehtut oder verhärtet ist, gilt das als Anzeichen dafür, dass mit dem zugehörigen Organ etwas nicht in Ordnung ist. Im Umkehrschluss soll eine gezielte Druckmassage der Reflexzonen einen Reiz an die jeweiligen Zielorgane geben und sie bei Heilungsprozessen unterstützen. Durchblutung und Stoffwechsel, so die Idee, werden dadurch gefördert.Die Methode basiere auf der Theorie, dass sich der menschliche Körper in den Füßen widerspiegelt, erklärt Margarete Hermanns, Heilpraktikerin und Reflexzonenexpertin aus Gräfelfing. Jeder Körperteil sei an eine bestimmte Stelle des Fußes gekoppelt. Die grundlegenden Griff- und Drucktechniken der modernen Fußreflexzonentherapie bildete Mitte des 20. Jahrhunderts die amerikanische Masseurin Eunice Ingham heraus. Die deutsche Heilpraktikerin Hanne Marquardt entwickelte sie weiter und ergänzte sie. "Gearbeitet wird mit den Fingerkuppen, vor allem mit der des Daumen und des Zeigefingers", sagt Reinhard von Neipperg vom Internationalen Lehrerverband für Reflexzonentherapie am Fuß nach Hanne Marquard.

In der ersten Sitzung wird so der Befund erhoben. Das heißt: Die Reflexzonen werden auf Auffälligkeiten wie Schmerzen geprüft. Dann wird therapiert, wobei die angewandten Grifffolgen je nach Diagnose und Behandlungsziel langsam und weich oder schnell und kräftig sind. Ersteres ist zum Beispiel gefragt, wenn man ein Organ beruhigen oder einen akuten Schmerzzustand lindern will. Zweites, wenn es darum geht, ein Körperteil in seiner Funktion anzuregen oder zu stärken. "Dass die Fußreflexzonentherapie funktioniert, sieht man in der Praxis immer wieder. In der konventionellen Medizin ist sie aber nach wie vor umstritten", erklärt Rainer Stange, Leitender Arzt der Abteilung Naturheilkunde des Immanuel Krankenhauses Berlin. Ein Grund dafür sei unter anderem die dürftige Forschungslage. Eindeutige wissenschaftliche Beweise für die Existenz der Fußreflexzonen und ihre Zuordnung zu bestimmten Organen fehlen bislang.

Literatur: Margarete Hermanns: "Fußreflexzonentherapie: Diagnose, Prophylaxe und Therapie", Foitzick, 223 Seiten, 29,95 Euro, ISBN 978-3929338713.

dpa-Magazin / mag
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