Gleitsichtkontaktlinsen – ein Seherlebnis von nah bis fern

Gleitsichtkontaktlinsen ermöglichen ein komfortables Sehen auf verschiedenen Distanzen. (Foto: redhorst/fotolia.com)

Viele brauchen sie, nicht alle mögen sie: die Brille. Wenn dann noch für jede Situation eine andere Brille notwendig wird, geht auch schon mal die Sucherei los. Eine Gleitsichtbrille wäre eine Option, besser noch sind entsprechende Kontaktlinsen.

Gleitsicht- oder Multifokallinsen sind für Menschen ab etwa Mitte 40 geeignet. Dann verändern sich die Pupilleneigenschaften und viele Menschen werden „alterssichtig“. Die Bifokallinse besteht jeweils aus einer Hälfte zum Nahsehen und einer zum Fernsehen, bei Multifokallinsen gibt es mehrere Sehbereiche. Die Brillenwerte entsprechen aber nicht denen von Kontaktlinsen, da diese unmittelbar auf der Hornhaut liegen. "Die Kontaktlinsensysteme müssen optimal auf die unterschiedlichen Sehanforderungen des Linsenträgers abgestimmt werden", erklärt Sonja Schäche vom Kuratorium Gutes Sehen (KGS) in Berlin. "Wer also gerne Kontaktlinsen trägt, geht einfach zum Augenoptiker oder Augenarzt, lässt sich seine Augen kompetent vermessen und erhält die passende Empfehlung." Die Auswahl an Linsen, die gleichzeitig das Fern- und Nahsehen ermöglichen, ist groß. Im Beratungsgespräch wird individuell das geeignete System ausgewählt. Träger sollten wissen, ob sie die Mehrstärken-Kontaktlinsen nur bei bestimmten Gelegenheiten oder ständig tragen möchten. Mehrstärken-Kontaktlinsen gibt es wahlweise in formstabiler oder weicher Ausführung. Die meisten Linsen haben sogar einen UV-Schutz.

Kontaktlinsen sind für Arbeit, Sport und Freizeit gleichermaßen gut geeignet. Auch im Wassersport sind Gleitsichtkontaktlinsen wie alle Linsen ein guter Partner, wenn der Träger daran denkt, unter Wasser die Augen zu schließen. "Trotzdem ist es sinnvoll, beim sportlichen Schwimmen eine Schwimmbrille zu tragen, weil aufgrund der Turbulenzen im Wasser die Kontaktlinsen verloren gehen können", rät die Expertin.

Einzig beim nächtlichen Autofahren sind ein paar Dinge zu beachten. "Sie fahren auch nachts mit diesen gut, manche multifokale Kontaktlinsen beeinflussen aber die subjektive Wahrnehmung gerade in der Dunkelheit beim Autofahren. So erscheinen etwa die Rücklichter vorausfahrender Fahrzeuge mit einem Lichtsaum, was sich störend auswirken kann", warnt Schäche. "Fragen Sie in jedem Fall Ihren Kontaktlinsenfachmann, ob das auch bei Ihren Kontaktlinsen der Fall sein kann." Wer nachts Auto fährt, sollte seine Kontaktlinsen besonders gut pflegen. Ablagerungen auf den Kontaktlinsen vermindern das Sehvermögen und erhöhen die Blendungsempfindlichkeit.

Ob Gleitsichtkontaktlinsen die Brille ganz ersetzten können, hängt letztlich von der Schwere der Fehlsichtigkeit ab. Über Nacht sollten die Linsen in jedem Fall in ein Pflege- und Reinigungsbad abgelegt werden. FL
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