Immer Hände waschen und unterwegs nicht lesen

Ganz egal, wohin die Reise geht: Die meisten Unannehmlichkeiten im Urlaub lassen sich auch ohne Arzt gut in den Griff bekommen. (Foto: Mascha Brichta/dpa/mag)

In den schönsten Wochen des Jahres spielt die Gesundheit nicht immer mit. Ein paar Grundregeln und eine gut sortierte Reiseapotheke helfen aber, um die häufigsten Wehwehchen im Urlaub zu lindern oder sogar zu vermeiden.

Um Insektenstichen vorzubeugen, gehören immer abwehrende Mittel, Repellents genannt, ins Reisegepäck. "Neben dem Textilschutz, also Kleidung, sind sie die wirksamsten Mittel gegen Insektenstiche", versichert Ulrich Klein vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen aus Witten. Anders als bei vielen Sonnenschutzmitteln halte der Schutz aber nur einige Stunden und müsse dann neu aufgetragen werden. Wer dennoch gestochen wird, sollte nicht am Stich kratzen. Am besten gibt man schnell einen Eiswürfel auf den Stich - Kälte unterdrückt das Jucken.Magen-Darm-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Spaßverderbern im Urlaub. Meist sind verunreinigte Nahrungsmittel der Auslöser. "Oft sind es einfache Coli-Bakterien, die in anderen Ländern sehr viel häufiger vorkommen als bei uns", sagt Klaus Schäfer, Reisemediziner beim ADAC in München. Als bestes und einfachstes Gegenmittel nennt er sorgfältige Hygiene. Deshalb sollten immer wieder die Hände gereinigt werden. Wichtig sei, die Hände nach dem Waschen nicht an einem viel benutzten Stoffhandtuch zu trocknen, sondern mit Papiertüchern.

Reisedurchfälle sind meist harmlos und nicht sehr heftig. Das wichtigste sei, dass man Flüssigkeit zu sich nimmt und den Salzverlust ausgleicht, erläutert Helmut Jäger vom Reisemedizinischen Zentrum der Bernhard-Nocht-Klinik in Hamburg. Dafür bieten sich Cola und Bananen oder Salzstangen an. Erst wenn der Durchfall länger als drei Tage anhält oder Fieber auftritt, rät er, einen Arzt aufzusuchen.

Vielen Reisenden macht auch eine kurvenreiche und holprige Autofahrt oder schwerer Seegang beim Schiffsausflug zu schaffen. Schweißausbrüche, Schwindelgefühl und Übelkeit sind die Folgen. Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr spürt die Bewegung, die Augen merken aber nichts.

Wer die Verwirrung der Sinnesorgane mindern will, sollte dafür sorgen, dass die Augen die Bewegung wahrnehmen. "Im Auto also nicht im Buch lesen, sondern nach vorne aus dem Fenster schauen", rät Schäfer. Auf einem Schiff sollten Betroffene am besten an Deck gehen und der Bewegung des Schiffs zusehen. Im Flugzeug seien empfindliche Passagiere am besten auf Plätzen zwischen den Tragflächen aufgehoben.


dpa-Magazin / mag
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