Mit Hausmitteln Husten und Schnupfen lindern

Abwarten und Tee trinken: Gegen eine Erkältung hilft kein Kraut - aber die Symptome lassen sich mit heißen Getränken durchaus lindern. (Foto: Daniel Modjesch)

Sobald es draußen wieder feucht und kalt ist, quälen sich viele Menschen mit Halsschmerzen, Schnupfennase und Brummschädel durch den Alltag. Hausmittel können Infektionen zwar nicht heilen, aber die Beschwerden zumindest lindern. Fachleute geben Tipps.

Der Nutzen von Hühnerbrühe ist wissenschaftlich zwar nicht eindeutig belegt, aber sinnvoll ist ihr Verzehr bei einer Erkältung trotzdem. "Sie enthält Mineralien, und man ersetzt mit ihr die Flüssigkeit, die man durch Schwitzen, etwa durch erhöhte Temperatur, verliert", sagt Andreas Waltering vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Eines ist vielen Hausmitteln gemein: Sie ersetzen die ausgeschwitzte Flüssigkeit. Sie befeuchten außerdem die Schleimhäute, so dass sie sich gegen Eindringlinge schützen kann, und kurbeln mit ihrer Wärme die Durchblutung an. Das gilt auch für Tees. Vor allem Lindenblütentee soll das Schwitzen kräftig ankurbeln. Die Wärme erleichtert dem Körper, die Temperatur zu erhöhen, was den Kampf gegen die Viren unterstützt.

Ob Erkältungsbad, Tee oder Inhalation - viele Menschen fügen ätherische Öle oder Kräuterauszüge hinzu, um Husten zu lindern oder die verstopfte Nase freizubekommen. "Salbei unterstützt die Schleimhautoberfläche, ihr natürliches Milieu wiederherzustellen und so die Viren loszuwerden", erklärt Hans-Michael Mühlenfeld vom Deutschen Hausärzteverband.

Der Hausarzt rät jedoch dazu, nicht irgendeinen Zusatz in das heiße Wasser zu kippen. Was passend ist, richtet sich nach den Symptomen. Thymian als Teeaufguss soll den Hustenreiz bessern. Kamille wirke adstringierend und austrocknend, was bei trockenem Husten kontraproduktiv wäre, erläutert Mühlenfeld. "In dem Fall sollte man Salbei oder Kochsalz hinzugeben", rät er. Bei schleimigem Husten seien Efeu-Extrakte eine gute Wahl. Sobald das Gebräu nach dem Inhalieren abgekühlt ist, kann es auch zum Gurgeln verwendet werden. So wird der Rachen mit Feuchtigkeit benetzt.

Die stärkere Durchblutung der Schleimhäute durch Wärme sowie die Feuchtigkeit sorgen auch dafür, dass aus Bronchien oder Nase vermehrt Sekret fließt. "Das Sekret schützt", erklärt Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten. "Zudem wird der Organismus mit dem vermehrten Sekret kranke, befallene Zellen los."

Ihre Grenze erreichen Hausmittel jedoch, wenn nach einigen Tagen hohes Fieber auftritt oder sich der Betroffene deutlich schlechter fühlt - statt, wie üblich, ab dem vierten Tag besser. Dann ist ein Gang zum Arzt angesagt, rät Walger.


dpa-Magazin / mag
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