Myome müssen nur bei Beschwerden behandelt werden

Starke Regelschmerzen oder ein unerfüllter Kinderwunsch: Dann sollten sich Frauen auf Myome untersuchen lassen. (Foto: Monique Wüstenhagen)

Bei vielen Frauen sind sie ein Zufallsbefund: Myome, gutartige Tumore in der Gebärmutter, werden oft ohne besonderen Anlass während Routineuntersuchungen entdeckt. Aber manchmal machen sich Myome auch direkt bemerkbar.

Symptome sind vor allem starke und langanhaltende Blutungen. Wenn die Tumore rasch wachsen, können sie außerdem Schmerzen verursachen. Auch Frauen, die bereits seit einem Jahr vergeblich versuchen, schwanger zu werden, sollten an Myome denken. Warum Myome überhaupt entstehen, darüber gibt es bisher nur Vermutungen. "Was man am ehesten weiß, ist, dass es eine genetische Komponente gibt", erklärt Prof. Matthias David von der Frauenklinik der Charité in Berlin. Wenn die Mutter betroffen ist, muss also auch die Tochter mit den Tumoren rechnen. Ebenso spielen die Hormone eine Rolle: Ein hoher Östrogenspiegel fördert das Wachstum.Was genau passiert, wenn eine Frau mit Myomen schwanger wird, lässt sich schwer voraussagen. Unter dem Einfluss der Schwangerschaftshormone können die Tumore noch stärker wachsen. Diese Frauen müssen mit einem Kaiserschnitt rechnen, wenn ein großes Myom die Geburt behindert. "Im Moment geht der Trend deswegen dahin, sich vor einer geplanten Schwangerschaft auf Myome untersuchen zu lassen, um sie vorher zu behandeln", erläutert Prof. Gerlinde Debus von der Frauenklinik am Klinikum Dachau. Dabei sind aber einige Nebenwirkungen der klassischen Behandlungsmethoden zu beachten.

Grundsätzlich gilt: Myome müssen nur behandelt werden, wenn sie Schmerzen oder gefährliche Blutungen verursachen oder schnell wachsen. Machen Myome keine Probleme und verhindern auch keine Schwangerschaft, können sie unbehandelt bleiben, sollten aber regelmäßig kontrolliert werden. Meistens lassen sich Myome durch einen kleinen Bauchschnitt oder durch die Scheide entfernen. Wenn nach einer Entfernung die Gebärmutter genäht werden muss, kann es bei einer künftigen Schwangerschaft im schlimmsten Fall zu einem Riss in der Gebärmutterwand kommen.

Eine Alternative zur OP ist die Embolisation. Dabei werden winzige Kunststoffkugeln über einen Katheter in die Gebärmutterarterie gespült. Sie verschließen die Blutgefäße, die die Myome versorgen, und hungern sie aus. Allerdings ist nicht sicher, ob die Patientin danach weiter fruchtbar ist. Für Frauen mit Kinderwunsch kommt daher am ehesten der fokussierte Ultraschall infrage. Dabei töten gebündelte Ultraschallwellen Myome gezielt ab. Alternativmedizinische Behandlungsmethoden können im günstigsten Fall das Wachstum der Myome stoppen.


dpa-Magazin / mag
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