Nach Verbrennungen die Haut richtig versorgen

Heiße Backofentür: In der Küche lauern vor allem für Kleinkinder viele Gefahren. Bei Verbrennungen ist besonnenes Handeln erforderlich. (Foto: Jana Tashina Wörrle)

Nur bei leichten Verbrennungen helfen Mittel aus der Hausapotheke. Doch was heißt schwer, was leicht und wann ist der Arztbesuch ratsam? Anhaltspunkte gibt die Wunde selbst.

Schnell ist die Hand an der Ofentür oder die Kerzenflamme verbrennt einem die Finger. Wird es draußen kalt und nass, machen wir es uns gern gemütlich. Dann wird der eigene Holzofen angeheizt oder wir zünden Kerzen an. Doch damit steigt auch die Gefahr für Verbrennungen - gerade für Kinderhände, für die die Lichter und Flammen einen besonderen Reiz haben.

Ärzte unterteilen die Stärke der Verbrennungen in vier verschiedene Stufen. Bei einer leichten Verbrennung der Stufe 1 zeigt die Haut meist nur eine Rötung, ähnlich wie beim Sonnenbrand. Bilden sich Blasen, ist die Stufe 2a erreicht. Dann ist nur die oberste Hautschicht verletzt, der Grund unter der Blase ist rot. Löst sich die Haut ab und sind mehrere Hautschichten betroffen, spricht man von Verbrennungen der Stufe 2b. Unter den abgelösten Schichten, kommt eine weiße Hautschicht zum Vorschein. Bei Stufe 3 löst sich diese Schicht bereits auf, da die Eiweiße der Haut zerstört sind. Bei einer solchen Wunde bleiben meist Narben zurück. Im schlimmsten Fall der Stufe 4 ist die Haut komplett zerstört und verkohlt. Muskeln und Knochen können sichtbar sein. Eine Hauttransplantation wird nötig.

"Schon ab Stufe 2b sollte man zum Arzt gehen und die Wunde versorgen lassen", rät Jeanette Eicholtz. Eine weitere Faustregel lautet: Ist mehr als 10 Prozent der Haut eines Erwachsenen verbrannt oder mehr als fünf Prozent bei einem Kind, ist sogar die Fahrt ins Krankenhaus ratsam. Der Körper reagiert auf eine Verbrennung nicht selten mit einem Schockzustand und der Kreislauf bricht zusammen. Das ist auch der Grund, warum Verbrennungen bei Kindern noch schneller behandelt werden sollten.

Von Hausmitteln wie Teebaumöl oder anderen Kräuterextrakten, die entzündungshemmend wirken sollen, rät die Berliner Dermatologin ab. "Das Wichtigste ist das Kühlen, so schnell wie möglich und so intensiv wie möglich", sagt sie und verweist darauf, dass die Haut nach einer Verbrennung extrem empfindlich sei - vor allem bei offenen Wunden. Jegliche Zusatzstoffe, ob pflanzlich oder chemisch, können zusätzlich reizen und eine Heilung verzögern. Ist die Wunde geschlossen oder hat sich nur eine kleine Blase gebildet, könne man sie entweder mit Kortisonsalbe behandeln oder mit reinen, frischen Aloe Vera Blättern. "Das kühlt und kann verhindern, dass sich die Haut löst und Narben bleiben", erklärt Eicholtz.

Ist das Schlimmste überstanden und eine Entzündung erfolgreich verhindert, bleibt meist eine sehr trockene und empfindliche Haut zurück. Auf Werbeversprechen sollte man nun nicht hören, denn für viele Cremes, die durch Vitamine oder andere Zusätze eine schnelle Wundheilung versprechen, fehlt nach Ansicht von Jeanette Eicholtz der wissenschaftliche Beleg. "Die Haut braucht nun Feuchtigkeit und etwas Fett, aber bloß kein Parfum oder andere Zusatzstoffe. Das kann sie wieder entzünden." Auch Zinksalbe, die oft zur Wundheilung empfohlen wird, trocknet die Haut stark aus. Besser seien neutrale Cremes. Den einzigen Wirkstoff, den sie empfiehlt ist Panthenol.


Ratgeber-Redaktion
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.