Sprachentwicklung gestört: Erkennen und therapieren

Sigrun Brückner, Logopädin im Sozialpädiatrischen Zentrum, in der Therapie mit Anton. (Foto: Helios Kliniken)

Wenn die zweijährige Tochter einfache Aufforderungen nicht versteht oder der dreijährige Sohn nur in Zweiwortsätzen spricht, sollten Eltern aufhorchen. Beides können Zeichen für eine Sprachentwicklungsstörung des Kindes sein.

Von einer Sprachentwicklungsstörung (SES) spricht man, wenn ein Kind "eine zeitliche und inhaltliche Abweichung von der normalen Sprachentwicklung zeigt", erklärt Sigrun Brückner. Die Logopädin im Sozialpädiatrischen Zentrum des Helios Klinikums Erfurt weiß: "Dies können nicht nur Probleme mit der Aussprache sein", sondern auch Probleme mit dem Sprachverständnis, mit der Grammatik, ein zu kleiner Wortschatz, ein eingeschränktes Sprachgedächtnis oder die Unfähigkeit, Sprachlaute voneinander zu unterscheiden.Ein Kind im ersten Lebensjahr reagiert normalerweise auf Geräusche und lallt. Nach einem Jahr beginnt es die ersten Wörter zu sprechen und nachzuahmen. Mit spätestens zwei Jahren umfasst sein Wortschatz etwa 50 Wörter und das Kind kann Zweiwortsätze, im dritten Lebensjahr bereits Dreiwortsätze sprechen. "Bis zu seinem vierten Geburtstag kann es einfache Inhalte in gut verstehbarer Aussprache, grammatisch korrekten Sätzen und mit altersentsprechendem Wortschatz wiedergeben", sagt Patholinguistin Yvonne Schmalz, ebenfalls im Sozialpädiatrischen Zentrum tätig. "Kommt es zu einer Verzögerung bzw. Abweichung von dieser Entwicklung kann der Kinder- oder HNO-Arzt zu einer Sprachtherapie raten", so die Sprachtherapeutin. Nach einer ausführlichen Diagnostik arbeitet das Kind in mehreren Sitzungen spielerisch mit dem Logopäden oder der Logopädin an seinen Auffälligkeiten. Die Expertin erklärt: "Die Therapie erfolgt immer im Austausch mit den Eltern, ist individuell auf das Kind zugeschnitten und fördert auch die Freude am Sprechen."

Für die sprachliche Entwicklung eines Kindes ist es enorm wichtig, dass die Eltern viel mit ihm sprechen, es in Gespräche mit einbinden und die Freude des Kindes am Sprechen gefördert wird. Dann stellen Wörter und Sätze keine Stolperfallen mehr dar.


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