Tabletten am besten immer mit Wasser einnehmen

Bei der Einnahme von Medikamenten richten sich Patienten am besten immer nach der Packungsbeilage. (Foto: Kai Remmers)

Eng bedruckte Beilagen von Medikamentenpackungen wirken oft abschreckend, vor allem, wenn es um Risiken und Nebenwirkungen geht. Aber sie enthalten wichtige Hinweise zur richtigen Einnahme, die Patienten unbedingt berücksichtigen sollten.

Grundsätzlich gilt, dass Tabletten, Pillen und Kapseln am besten mit Wasser geschluckt werden. Fruchtsäfte dagegen könnten mit dem Medikamentenwirkstoff reagieren, erklärt Erika Fink, Vorstandsmitglied der Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände. Auch Kaffee könne durch seine Gerbstoffe die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Gleiches gelte für das Kalzium in der Milch. Besonders schlecht ist Grapefruitsaft. Er kann die Wirkung einiger Medikamente unkontrolliert verstärken, Nebenwirkungen sind die Folge.Eine weitere Regel lautet: Tabletten dürfen nur geteilt werden, wenn dies in der Packungsbeilage ausdrücklich erlaubt ist. Wer die falschen Pillen teilt, riskiert unerwünschte Wirkungen. Denn manche Tabletten sind mit einer Schutzschicht überzogen, die sie resistent gegen Magensäfte macht. Sie sorgt dafür, dass der Wirkstoff erst im Dünndarm freigesetzt wird, erklärt Fink. Wird der Überzug verletzt, gelangt der Wirkstoff früher in den Körper - mit möglicherweise unerwünschten Folgen.

Andere Tabletten haben eine sogenannte Retard-Wirkung, erklärt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Sie geben den Wirkstoff erst nach und nach ab. Das habe den Vorteil, dass häufig nur eine Tablette pro Tag geschluckt werden muss. "Wer solche Tabletten teilt, zerstört diese Funktion", warnt Fink. Das Medikament wirkt dann unter Umständen sehr schnell und stark.

Tropfen genau zählen

Wer Tropfen einnehmen muss, sollte sich beim Zählen konzentrieren. "Jeder Tropfen entspricht einer bestimmten Wirkstoffmenge", sagt Stephan Bernhardt, Hausarzt in Berlin. Das habe den Vorteil, dass sich das Medikament gut auf den einzelnen Menschen einstellen lässt. Bei den meisten Arzneien sei es nicht schlimm, wenn man aus Versehen einen oder zwei Tropfen mehr schluckt. "Eine doppelte Dosis kann aber gefährlich werden", warnt Bernhardt.

Haben sich die Tropfen eingetrübt, werden sie besser entsorgt. Das gilt auch, wenn sich ein Bodensatz gebildet hat. Augentropfen und -salben sollten nach dem Öffnen nur wenige Tage benutzt werden, sonst können sich Keime bilden.

Einer der häufigsten Fehler ist, dass Patienten vergessen, ihre Medikamente zu nehmen. Das kann daran liegen, dass sie zum Beispiel bei der Arbeit nicht daran denken. Manchen hilft es, sich von ihrem Handy an die Tabletten erinnern zu lassen. Vor allem für Menschen, die mehrere Pillen über den Tag verteilt nehmen müssen, können Wochen- und Tagesbehälter sinnvoll sein. Sie sehen dann auf einen Blick, wenn sie etwas vergessen haben.


dpa-Magazin / mag
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