Taucher brauchen einen Gesundheitscheck

Wer tauchen will, sollte ein Mindestmaß an körperlicher Fitness haben - schließlich ist die Bewegung unter Wasser kräftezehrend. (Foto: VDST/Mark Niederhoefer)

Völlig losgelöst durch eine faszinierend andere Welt gleiten: Wer taucht, erlebt in nahezu schwerelosem Zustand ganz neue Sinneseindrücke. Doch bis es soweit ist, sind einige Hürden zu bewältigen. Nicht nur gilt es, den Umgang mit der Ausrüstung und das Verhalten im Notfall zu erlernen. Auch die Gesundheit muss mitspielen.

Für jeden Taucher ist daher eine gültige tauchsportärztliche Untersuchung vorgeschrieben. Mit einer einmaligen Untersuchung ist es aber nicht getan: Die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) in Murnau (Bayern) empfiehlt, dass sich Taucher zwischen 18 und 39 Jahren spätestens nach drei Jahren erneut untersuchen lassen. Heranwachsende und Taucher über 40 sollten sich sogar jährlich durchchecken lassen.

Unter Umständen ist eine Taucherkarriere vorbei, bevor sie begonnen hat: Trommelfelldefekte und chronische Entzündungen im Ohrbereich, vor allem am Mittelohr schließen laut GTÜM das Tauchen generell aus - oder erlauben es nur unter besonderen Bedingungen. Auch Menschen mit Lungenerkrankungen mit Einschränkungen der Lungenfunktion, Herzrhythmusstörungen und Herzfehlern, nicht druckstabilen Herzschrittmachern und Epilepsie sind ausgeschlossen.

Wer sich als Taucher auf und unter Wasser Wellen und Strömungen aussetzt, sollte zudem auch ein Mindestmaß an körperlicher Fitness haben. "Tauchunfälle sind zum Glück relativ selten", sagt Heike Gatermann aus Hamburg, oberste Tauchärztin des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST). Fehlende Fitness kombiniert mit Selbstüberschätzung stehe häufig aber am Anfang einer Fehlerkette, die dann zu einem Unfall führe. Fehlende Tauchroutine kann bei Tauchern, die sich höchstens einmal im Jahr im Urlaub ins Wasser wagen, zum Risiko werden.

"Unfälle zum Beispiel passieren, weil Taucher Situationen falsch einschätzen und dann falsch reagieren, beispielsweise wenn während eines Nachttauchgangs die Lampe ausfällt", berichtet Alexander Niklaus von Aqua Med in Bremen, einem auf Tauch- und Notfallmedizin spezialisierten Dienstleister, der unter anderem auch eine Notrufhotline für Tauchunfälle betreibt. Die Zahl der Unfälle, für die technisches Versagen der Ausrüstung als Ursache infrage kommt, hat aus seiner Sicht in den vergangenen Jahren jedoch abgenommen. "Die Tauchtechnik ist insgesamt besser geworden."

Bleibt als Restrisiko der Mensch - und einige kleine Maßnahmen, die jeder Taucher beherzigen sollte. Erstens: regelmäßig schwimmen - besser: mit Flossen schnorcheln - gehen. "Viele Urlaubstaucher müssen sich, wenn sie nach einem Jahr vielleicht das erste Mal wieder ins Wasser gehen, erst wieder an dieses Medium gewöhnen", sagt Gatermann. Zweite Maßnahme, mit der sich ihrer Ansicht nach viele Tauchunfälle verhindern lassen: vor einem Tauchgang reichlich Wasser trinken. Denn mit jedem Atemzug aus der Pressluftflasche verliere der Körper Flüssigkeit.


dpa-Magazin / mag
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