Tipps zu Kopfverletzungen von Kindern

Selbst wenn alles in Ordnung erscheint, sollten Eltern ihre Kinder nach einer Kopfverletzung beobachten. (Foto: Silvia Marks)

Kinder stürzen schnell mal und stoßen sich am Kopf. Eltern wissen dann oft nicht, wie sie sich verhalten sollen. Denn nicht immer ist sofort zu erkennen, ob das Kind zum Arzt muss.

Ein klarer Fall für die Klinik ist, wenn ein Kind nach einem Sturz auf den Kopf bewusstlos ist. Auch wenn es nur kurz weggetreten war und bereits wieder aufgewacht ist, müsse es ins Krankenhaus zur Überwachung, sagt Ulrich Fegeler, Sprecher des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).Die Gehirnerschütterung ist die leichteste und weitaus häufigste Form eines Schädel-Hirntraumas. Sie führt zu vorübergehenden Störungen der Hirnfunktionen und kann auch ohne sichtbare Verletzung auftreten. Zu den Anzeichen zählen Erbrechen und eine fehlende Erinnerung an den Vorfall. Je nach Ausprägung werden die Kinder im Krankenhaus überwacht, gegebenenfalls muss eine Aufnahme des Gehirns gemacht werden.

Sei das Kind nach dem Sturz wach, sollten Eltern den Kopf vorsichtig untersuchen, ob es äußere Verletzungszeichen wie Beulen oder Platzwunden gebe. Ein Bruch im Knochen werde meist durch ein kräftiges Hämatom, also eine Beule, sichtbar, sei aber an sich nicht die eigentliche Gefahr, sagt der Kinderarzt. "Doch das Gewebe darunter und die Blutgefäße könnten verletzt sein, daher sollten Eltern in diesem Fall ebenfalls einen Arzt oder die Klinik aufsuchen." Das gilt auch für eine blutende Platzwunde, die gegebenenfalls versorgt werden muss.

Selbst wenn alles in Ordnung erscheint, sollten Eltern ihre Kinder sorgfältig beobachten - denn eine Blutung im Schädelinneren kann sich noch Stunden bis Tage nach dem Unfall bemerkbar machen. Zu den Symptomen können Erbrechen, ein verändertes Wesen, Lust- und Appetitlosigkeit, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen sowie Erinnerungslücken an das Geschehen gehören. Die beiden Pupillen sollten bei gesunden Kindern normalerweise gleich groß sein und kleiner werden, wenn Licht darauf scheint. Andernfalls bedeutet das: ab zum Arzt.

"Kommt ein Kind mit dem Verdacht auf eine Blutung im Schädelinneren in die Klinik, dann wird in der Regel eine Computertomographie gemacht", sagt Prof. Wolfgang Wagner von der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie. Anhand der Aufnahmen können die Mediziner Blutungen erkennen, aber auch Schädelbrüche.

Ein Schädelbruch werde in der Regel nur operiert, wenn die Knochenteile sehr stark gegeneinander versetzt seien, und immer dann, wenn die Hirnhaut verletzt sei. Kleinere "Stufen" im Schädelknochen lasse man von selbst verheilen. "Normalerweise wird solch ein Bruch mit dem Schädelwachstum ausgeglichen, vor allem bei kleinen Kindern."


dpa-Magazin / mag
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