Unschöne Überbleibsel: Blaue Flecken heilen meist von allein

Erst blau und lila, dann grün, dann gelb: Bis ein Bluterguss wieder verschwunden ist, dauert es zwei bis drei Wochen. (Foto: Andrea Warnecke)

Wer sich gestoßen hat oder gestürzt ist, sollte die betroffene Stelle umgehend kühlen. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen. So sorgt man dafür, dass Überbleibsel vielleicht etwas weniger unschön ausfallen.

Das Kühlen verhindert, dass der Bluterguss immer größer wird und dämmt eine Schwellung ein, erklärt der Münchner Sportmediziner Prof. Martin Halle. "Ein Kühlen des blauen Flecks zu einem späteren Zeitpunkt als in der Anfangsphase bringt gar nichts." Die betroffene Stelle hoch zu lagern, schont außerdem das verletzte Gewebe. Ein sichtbarer blauer Fleck ist in der Regel nach etwa zwei bis drei Wochen wieder verschwunden.

Wenn es zu Beschwerden wie Kreislaufproblemen, Fieber oder Bewegungseinschränkungen kommt, sollte man zum Arzt gehen. "Gleiches gilt für Übelkeit, Schwindel und Bewusstlosigkeit bei Kopfverletzungen", sagt Mediziner und Heilpraktiker Thomas Sokollik aus Kreuztal (NRW).

Neben Zusammenstößen – sei es beim Sport oder auch mit Tischkanten oder Bettpfosten – können natürlich Stürze, Schläge oder Tritte Blutergüsse nach sich ziehen. Zu einem Hämatom kann es auch nach einer Blutabnahme oder bei einer Operation kommen. Wer blutverdünnende Medikamente einnehmen muss, ist anfälliger. Bei Menschen mit gestörter Blutgerinnung besteht die Gefahr, dass es zu spontanen Einblutungen kommt. Schon ein kleiner Stoß kann ein großes Hämatom verursachen. Hier ist immer sofortige medizinische Hilfe erforderlich. "Auch mit zunehmendem Alter treten häufiger Blutergüsse auf", sagt Peter Walger, leitender Arzt für Internistische Intensivmedizin und Infektiologie an den Johanniter-Kliniken in Bonn. Denn die Gefäße können schneller reißen.

Bilden sich ohne ersichtlichen Grund blaue Flecken, sollte das unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden. "Es kann sich hierbei um eine harmlose Neigung zu Blutergüssen handeln", erklärt Walger. Möglich ist auch, dass der Bluterguss die Nebenwirkung eines eingenommenen Medikaments ist. Manchmal steckt auch eine gestörte Blutgerinnung bei einer bis dahin nicht bekannten Erkrankung dahinter. Auch ein Tumorleiden kann die Ursache sein.

Kommt es zum Beispiel zu Einblutungen in innere Organe oder ins Gehirn, kann dem Patienten oft nur mit einer Operation geholfen werden. Sehr gefährlich sind Hirnblutungen. Ein operativer Eingriff kann auch vonnöten sein, wenn sich ein Bluterguss zum Beispiel in einem Gelenk befindet. Würde dieser nicht beseitigt, könnte es im schlimmsten Fall zur Versteifung des Gelenks kommen. mag
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