Wenn das Wasserlassen zum Problem wird

Beschwerden beim Wasserlassen sollten Männer nicht herunterspielen - besser ist der Gang zum Arzt. | Foto: Franziska Koark
  • Beschwerden beim Wasserlassen sollten Männer nicht herunterspielen - besser ist der Gang zum Arzt.
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Manchmal gibt es kein Halten mehr. Manchmal tröpfelt es nur noch. Probleme beim Wasserlassen kann jeder Mann im Laufe seines Lebens mal bekommen. Niemand muss sie einfach so ertragen.

Je älter die Männer werden, desto mehr von ihnen haben Beschwerden. Mit 80 Jahren seien etwa 80 Prozent aller Männer betroffen, sagt Prof. Frank Sommer von der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit in Hamburg. Einige Männer hätten schon mit 40 Probleme. Vor allem zwei Gründe kämen infrage: Die Prostata wachse mit dem Alter, das sei normal. Dabei vergrößert sie sich nicht nur nach außen, sondern engt auch die Harnröhre ein, die innen durch die Prostata verläuft. Durch diesen Druck werde der Harnstrahl schwächer, man muss mehr pressen, und es dauert länger, die Blase zu entleeren.Darüber hinaus wird die Blase nicht richtig entleert. "Das kann zum einen dazu führen, dass Betroffene häufiger auf Toilette müssen als bisher", sagt Frank Christoph, Urologe aus Berlin. Oft müssten sie nachts mehrfach raus. "Zum anderen können sich durch den Resturin Keime leichter vermehren und Entzündungen in der Blase oder auch den Nieren auslösen." Außerdem könne der Urinstau auf die Nieren drücken und dort Schäden verursachen, die im schlimmsten Fall eine Dialyse nötig machen.

Die andere Ursache kann eine instabile oder überaktive Blase sein. "Die Blase ist mit Sensoren ausgestattet, die dem Gehirn anzeigen, wenn sie voll ist und entleert werden muss", erklärt Wolfgang Bühmann vom Berufsverband Deutscher Urologen in Düsseldorf. Sind diese Sensoren durch eine Störung der nervlichen Funktion zu fein eingestellt, lösen sie den Harndrang aus, wenn die Blase noch nicht voll ist. Dann muss der Mann häufig ganz plötzlich auf die Toilette, manchmal landen auch ein paar Tropfen in der Hose.

Therapie durch Bewegung

Bei leichteren Beschwerden könne der Betroffene abends weniger trinken, um den Harndrang nachts zu verringern, rät Sommer. Allerdings müsse man dann darauf achten, tagsüber genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Studien hätten auch gezeigt, dass körperliche Aktivität einen positiven Effekt hat und die Symptome mindert. Möglicherweise werde durch Spazierengehen oder Radfahren nämlich die Durchblutung im Becken gesteigert, was gegen die Probleme beim Wasserlassen hilft.

Bei einer instabilen Blase können auch Medikamente helfen. Dadurch habe man nicht so starke Impulse und einen geringeren Harndrang, sagt Bühmann. Manche Patienten hätten sogar keine Symptome mehr.

Viele Männer schämen sich jedoch, über ihre Urinierprobleme zu sprechen. Aber es lohnt sich, damit früh zum Arzt zu gehen. "Wenn Blut im Urin ist, sollte man sowieso einen Arzt aufsuchen, um eine Erkrankung der Nieren, Blase oder Prostata auszuschließen", sagt Urologe Christoph. Gelegentlich zeige sich Blut im Urin, wenn die Prostata vergrößert und damit auch stärker durchblutet ist.

dpa-Magazin / mag
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Ratgeber-Redaktion aus Mitte

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