Worauf es bei der Klinikwahl ankommt

Es gibt nicht die beste Klinik, sondern immer nur die beste für eine bestimmte Krankheit. (Foto: Sebastian Kahnert)

Wer für einen planbaren Eingriff ins Krankenhaus muss, sollte immer kritisch bei der Wahl sein. Denn nicht jede Klinik bietet die Qualität, die wünschenswert wäre.

"Orientieren Sie sich an den harten Fakten", rät Prof. Hartmut Siebert vom Aktionsbündnis Patientensicherheit. "Es gibt nicht die beste Klinik, sondern immer nur die beste für eine bestimmte Krankheit." Patienten sollten sich nach folgenden Dingen erkundigen: Welche Eingriffe bietet das Krankenhaus an? Welche Alternativen gibt es? Würde die angepeilte Klinik diese auch vornehmen? Wie häufig kommt es zu Komplikationen bei einem bestimmten Eingriff? Wie wird damit umgegangen? Gibt es Angaben zur Todesrate? Wie steht es um die Verfügbarkeit von Fachpersonal? Was tut die Klinik für die Hygiene? Antworten auf diese Fragen finden sich im Qualitätsbericht, den jede deutsche Klinik jährlich erstellen muss. "Darin informieren Krankenhäuser nach bundesweit gleichen Vorgaben über die Ausstattung des Hauses und die Zahl der Behandlungen", erklärt Claudia Widmaier vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV). "Veröffentlicht werden sie von den Landesverbänden der Krankenkassen beziehungsweise den Verbänden der Ersatzkassen, die hierzu jeweils eigene Internetportale eingerichtet haben."

"Die Berichte sind nicht besonders patientenfreundlich aufbereitet", räumt Bernd Metzinger, Geschäftsführer bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ein. Wer sich daran wagt, dem rät der Gesundheitswissenschaftler Prof. Joachim Kugler von der TU Dresden, sich auf Kapitel C und D zu konzentrieren: In C nennen die Kliniken Zahlen, in D geht es um das Qualitätsmanagement.

Auch Zertifikate sind laut Kugler ein Hinweis auf das Bemühen um Qualität: Ein Zertifikat bedeute, dass jemand Fremdes das Krankenhaus angesehen habe und die Klinik ihr Innenleben zeigen musste. "Wenn ein Krankenhaus keine Zertifizierung hat, würde ich skeptisch werden", sagt er daher.

Patienten sollten sich laut Siebert erkundigen, ob es einen Patientenfürsprecher oder Ombudsmann gibt, der Beschwerden entgegennimmt. "Das ist ein Anzeichen, dass sich das Krankenhaus um die Interessen der Patienten kümmert." Vor der Entscheidung für eine Klinik hält er es schließlich auch für sinnvoll, das Haus selbst in Augenschein zu nehmen.


dpa-Magazin / mag
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