Bäcker haben einen harten Job

Am Ende der Schicht sieht er, was er geschafft hat: Bäckermeister Karsten Berning. (Foto: Franziska Koark)

Die Faust saust auf den Holztresen. Von der kleinen Teigkugel bleibt nur ein Flatschen zurück, etwas größer als ein Ein-Euro-Stück.

Nun bearbeiten die Finger die Teigmünze einmal rundherum - bis sie noch etwas platter und größer ist. Dann das Ganze vom Tresen abgeklaubt, in der Schüssel mit den Streuseln gewendet und ab auf das Blech zu den anderen Streuselschnecken. "Insgesamt machen wir 400 davon", sagt Bäckermeister Karsten Berning und schon haut er mit seiner Faust auf die nächste Teigkugel ein. Die Uhr an der Wand zeigt 7.15 Uhr. In weniger als drei Stunden ist in der Backstube die Schicht vorbei.Im Jahr 2011 haben 3966 junge Menschen eine Lehre zum Bäcker begonnen. "Der Ausbildungsberuf ist bei den jungen Menschen aber nicht sonderlich beliebt", sagt Siegfried Poll von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten. "Es ist harte Arbeit für wenig Geld". Jeder zehnte Lehrling wirft wieder hin.

Denn Bäcker arbeiten dann, wenn andere schlafen. Jede Nacht stehen sie in der Backstube, wiegen und mischen die Teigzutaten, formen Brötchen und schieben sie in den Ofen. "Die Nachtarbeit hält nicht jeder aus", sagt Bäckermeister Berning.

Trotz der Plackerei ist der Lohn nicht eben üppig. Auszubildende verdienen laut der Bundesagentur für Arbeit im ersten Lehrjahr 380 bis 400 Euro, im zweiten Lehrjahr 460 bis 500 Euro und im dritten Lehrjahr 550 bis 600 Euro. Und als Geselle wird es nicht viel rosiger. Gesellen bekommen in den ersten fünf Berufsjahren rund 1900 Euro brutto, sagt Poll von der Gewerkschaft. Danach steigt der Lohn auf 2100 Euro brutto.

Dennoch gibt es durchaus Gründe, sich für diesen Beruf zu entscheiden. "Die Jobaussichten sind ausgesprochen gut", sagt Sylvelie Laß von der Handwerkskammer in Berlin. Wer die Ausbildung beende, habe danach seinen Arbeitsplatz so gut wie sicher.

Menschen, die zu Allergien neigten, seien in dem Beruf ebenfalls nicht gut aufgehoben. Unter Bäckern ist die Berufskrankheit Mehlstauballergie immer noch sehr verbreitet. Wer in dieser Hinsicht empfindlich ist, sollte sich daher auf eine mögliche Mehlallergie beim Arzt testen lassen, empfiehlt Laß.


dpa-Magazin / mag
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