Bei Schmerzen aller Art: Hausärzte müssen Multitalente sein

Junge Mediziner haben heute das Glück, sich eine Stelle aussuchen zu können. Wer Hausarzt werden will, hat jedoch eine lange Facharztausbildung vor sich. (Foto: Monique Wüstenhagen)

Sie sind erster Ansprechpartner bei Schmerzen aller Art: Hausärzte. Manchen Patienten begleiten sie ein Leben lang.

Für viele sind sie deshalb mehr als nur Ratgeber in medizinischen Fragen. Sie sind Tröster, Helfer und manchmal auch Sozialarbeiter. "Nicht jeder ist als Hausarzt geeignet", sagt Hans-Michael Mühlenfeld vom Deutschen Hausärzteverband. Wer den Beruf ergreifen will, braucht Einfühlungsvermögen.

Der Weg zum Hausarzt ist lang: Zunächst arbeiten junge Ärzte für zwei bis vier Jahre in einer Klinik – mit Stationen in der Inneren Medizin, der Chirurgie, der Kinderheilkunde und anderen Bereichen.

Anschließend folgt eine zweijährige Weiterbildungszeit in speziellen Hausarztpraxen. "In diesen Lehrpraxen lernt man, den Menschen in seiner Gesamtheit mit seinen vielen körperlichen, aber auch psychosozialen Problemen zu sehen", erläutert Mühlenfeld. Er bildet selbst in einer solchen Lehrpraxis in Bremen aus.

Nach dem langen Ausbildungsweg warten gute Jobaussichten. Junge Mediziner haben das große Glück, dass sie sich aussuchen können, was sie später machen, sagt Roland Stahl. Er ist Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Gut sind die Aussichten, eine eigene Praxis zu übernehmen. "Wir schätzen, dass bis 2021 rund 51 000 Mediziner altersbedingt aus der Versorgung ausscheiden werden", sagt er. Es wird erwartet, dass in den kommenden Jahren besonders viele Haus-, Augen- und Hautärzte in den Ruhestand gehen.

Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, Medizinstudenten so früh wie möglich mit der Niederlassung in einer eigenen Praxis vertraut zu machen. "Während des Studiums bekommen sie aber zu wenig mit von der ambulanten Tätigkeit", sagt Stahl.

An der Universität Göttingen gibt es ein Institut für Allgemeinmedizin. Das ist nicht an allen Hochschulen so. Gabriel Rogalli hat dort studiert. "Ich hatte einen sehr engagierten Professor. Der hat es geschafft, mich für die Allgemeinmedizin zu begeistern", erzählt der 34-Jährige. Momentan ist er noch in der Weiterbildung. Ein Jahr fehlt ihm noch, dann ist er Facharzt für Allgemeinmedizin. Später würde er gerne eine eigene Praxis haben. "Aber nicht allein, sondern als Gemeinschaftspraxis mit drei oder vier Kollegen", sagt er. mag

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