Benimmregeln fürs Großraumbüro

Nicht immer darauf hoffen, dass andere den Dreck wegmachen: Damit sich in der Küche keine Berge auftürmen, sollte jeder mit anpacken. (Foto: Andrea Warnecke)

Die Hölle, das sind die anderen - so hat es der Philosoph Jean-Paul Sartre einmal treffend formuliert. Wer im Großraumbüro arbeitet, dürfte auch ab und zu so denken.

Der eine Kollege telefoniert zu laut, der andere tratscht unentwegt, und der dritte schmatzt mit einem Döner in der Hand. Hier arbeiten, wie soll das gehen? Ganz einfach: Alle müssen sich an ein paar Etiketteregeln halten. Klar, ein Großraumbüro hat auch Vorteile: Alles ist offen, und jeder ist schnell ansprechbar. Dort zu arbeiten, ist aber nicht jedermanns Sache. "Da braucht man ein dickes Fell", sagt die Etikettetrainerin Gabriele Krischel aus Niederkassel. Denn der hohe Lärmpegel macht es schwer, sich zu konzentrieren. Und die Kollegen müssen besonders viel Rücksicht aufeinander nehmen, damit sie sich nicht auf die Nerven gehen. "Je mehr Leute zusammenarbeiten, umso wichtiger ist es, sich an Regeln zu halten."Das nervt im Großraumbüro:

  • Telefon: Der Kollege telefoniert so laut, dass das ganze Büro zuhören muss? Am besten zeigen die anderen ihm dann die Rote Karte, rät Krischel. Das ist wörtlich gemeint: So könnten Mitarbeiter ein Zeichen dafür vereinbaren, dass jemand zu laut telefoniert - zum Beispiel eine rote Pappe wie im Fußball. "Manchen ist es ja gar nicht bewusst, dass sie so laut sprechen", erklärt Krischel.
  • Handy: Nervige Klingeltöne können einem schon in der U-Bahn den letzten Nerv rauben. Fängt im Büro ein Handy immer wieder an, den neuesten Pophit zu dudeln, geht das erst recht gehörig auf den Geist. Im Büro sollte daher immer nur der Vibrationsalarm eingestellt sein, rät Krischel. Sinnvoll sei es auch, das Telefon am Schreibtisch auf lautlos zu stellen und sich Anrufe etwa über ein Blinken anzeigen zu lassen. "Und nicht durchs Büro laufen mit dem Handy, während man telefoniert!"
  • Privatgespräche: Der Kollege hat Ärger mit seiner Freundin? Wie schön, dass alle anderen es mitanhören dürfen, wenn er mit ihr telefoniert! Um solche Peinlichkeiten zu vermeiden, gehen Mitarbeiter für private Telefonate besser raus oder ziehen sich in einen anderen Raum zurück, rät Imme Vogelsang vom Netzwerk Etikette Trainer International in Hamburg. "Sonst kriegen alle ja gleich solche Ohren."

dpa-Magazin / mag
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