Eventmanager müssen Organisationstalente sein

After-Show-Party, Galaabend oder Vortragsreihe: Eventmanager organisieren unterschiedlichste Veranstaltungen. (Foto: Franziska Kraufmann)

Eins hat Juliana Pranke bei einer Veranstaltung noch nie riskiert: Neu gekaufte Schuhe zu tragen. "Man läuft so viel, das gibt nur Blasen", erzählt die 38-Jährige. Pranke hat einen Beruf, der für viele junge Menschen ein Traumjob ist. Sie ist Eventmanagerin in Berlin.

Eventmanager organisieren Kongresse, Galas oder Firmenveranstaltungen. "Die Eventindustrie ist eine wachsende Industrie", sagt Susanne Doppler. Sie ist an der Hochschule für Internationales Management Professorin für Eventmanagement. Eine Kernkompetenz der Fachkräfte ist es, auch in stressigen Situationen den Überblick zu behalten und einen kühlen Kopf zu bewahren.

Zum Alltag eines Eventmanagers gehört laut Pranke eine Vielzahl von Aufgaben: Das beginnt mit der Eventkonzeption, die die Fachkräfte gemeinsam mit dem Kunden machen. Danach müssen sie Dienstleister kontaktieren, Verträge abschließen, einen Veranstaltungsort buchen und das Catering organisieren. Die To-do-Liste ist lang. "Und am Ende muss natürlich das Budget stimmen", sagt Pranke. Auf all das werden Eventmanager in einem Studium, einer schulischen oder dualen Ausbildung vorbereitet.

Während der zweijährigen Ausbildung zur Fachkraft für Eventmanagement an der Europäischen Medien- und Event-Akademie (EurAka) müssen sich Auszubildenden mit Fächern wie Projektmanagement oder Eventsicherheit auseinandersetzen. "Dazu kommt ein halbjähriges Praktikum und eine Projektarbeit", erklärt Schulleiter Sven Pries. Diese Ausbildung kostet 450 Euro im Monat. Das ist nicht ungewöhnlich. Vor allem private Berufsfachschulen und Wirtschaftsschulen bieten sie an. Eine Alternative ist die duale Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann.

Auch das Studium Eventmanagement haben vor allem private Hochschulen im Angebot. "In Heidelberg besteht es zu 75 Prozent aus Betriebswirtschaftslehre", sagt Doppler. Der Rest seien Inhalte, in denen es speziell um Eventmanagement geht. Wer sich die Kosten sparen will, kann auch Betriebswirtschaftslehre an einer staatlichen Hochschule studieren und sein Profil durch Praktika schärfen.

Nach der Ausbildung oder dem Studium können Fachkräfte laut Pries in ganz verschiedenen Feldern arbeiten. Dazu zählen Kongress- und Messeveranstalter oder Eventagenturen. Jahresgehälter zwischen 35 000 und 40 000 Euro brutto seien für Studienabsolventen zu Beginn üblich. Kleinere Agenturen stellten Junior Eventmanager auch für deutlich weniger ein. Ähnlich sieht es Sven Pries bei den Auszubildenden: Diese könnten anfangs zwischen 1400 und 2500 Euro brutto verdienen. Das Gehalt kann je nach Arbeitgeber jedoch auch deutlich darunter liegen.


dpa-Magazin / mag
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