Gemeinsam zum Ziel: Was bei Teamarbeit häufig schief geht

Drückeberger im Team sind ein Problem: In der Gruppe kann man sich prima hinter den anderen verstecken. Jemand anderes wird die Arbeit schon machen. (Foto: Westend61/Rainer Berg)

Vom Handwerker bis zum Manager: Es gibt kaum einen Beruf, in dem es ohne Teamarbeit geht. Mit anderen zusammenzuarbeiten, bringt viele Vorteile. Im besten Fall ergänzen sich Mitarbeiter in ihren Stärken. Doch die Arbeit in der Gruppe bringt auch ein paar typische Probleme mit sich. Ein Überblick:

• Die Konformitäts-Falle: Gibt es keine klare Aufgabenverteilung, gerät die Teamarbeit schnell zur Konformitätspresse, sagt Prof. Dietrich von der Oelsnitz. Er ist Leiter des Instituts für Unternehmensführung an der Technischen Universität Braunschweig. "Ansichten werden auf Einstimmigkeit getrimmt, Konventionen und Verhaltensstandards breiten sich aus." Neben einer klaren Aufgabenverteilung ist es deshalb wichtig, die Zusammensetzung regelmäßig zu wechseln: "Gerade in kreativen Bereichen sollte das Kernteam gesetzt sein, das Randteam aber stets neu besetzt werden."

• Die Drückeberger-Falle: Ein typisches Problem der Gruppenarbeit: In der Masse kann sich der Einzelne prima hinter den anderen verstecken – aus Trägheit oder Böswilligkeit. Jemand anderes wird die Arbeit schon machen. "Untersuchungen haben gezeigt, dass sich jeder Einzelne weniger anstrengt, je größer die Gruppe ist", sagt der Berliner Buchautor Volker Kitz. Die Leistung nimmt ab, das schlägt sich auf die Produktivität nieder und schließlich auf die eigene Motivation. In so einer Situation ist der Teamleiter gefragt, jedem eine klare Aufgabe zuzuteilen, deren Erfolg am Ende messbar ist.

• Die Ja-Sager-Falle: "Große Teambesprechungen fördern die Harmoniesucht und verleiten dazu, sich schlechter vorzubereiten", erklärt Kitz. Das bremst die Kreativität. "Ideen werden im Zweifelsfall von den Vielrednern erstickt, oder man hat es sich schon vorher in der Masse bequem gemacht", ergänzt der Hamburger Teamcoach Thorsten Visbal. Deswegen rät er bei Besprechungen, wieder auf Papier umzusteigen. "Wenn jeder seine Idee aufschreiben muss, ist er gezwungen, sich Gedanken zu machen", sagt Visbal. Außerdem sollten Teams nicht zu groß sein. "Je mehr Mitarbeiter zusammensitzen, desto schneller werden Entscheidungen blockiert", warnt er. Er empfiehlt deshalb Teams von etwa sieben Mitarbeitern.

• Die Homogenitäts-Falle: Ob ein Team erfolgreich ist, hängt auch von der Zusammensetzung ab. "Bei Routinearbeiten, etwa in Montageteams, ist es hilfreich, wenn eine hohe Homogenität herrscht, um Hand in Hand zu arbeiten", erklärt Prof. von der Oelsnitz. Für Kreativteams rät er allerdings zu hoher Diversität, damit sich die einzelnen Teamplayer gegenseitig befruchten können.
dpa-Magazin / mag
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