Hauswirtschafter müssen Organisationsprofis sein

Die angehende Hauswirtschafterin Roswitha Luisa Siegmann arbeitet gerne im Servicebereich. Von den Gästen höre sie immer wieder etwas Neues. (Foto: Daniel Maurer)

Roswitha Luisa Siegmann hat im Tierheim und im Blumengeschäft gearbeitet. So richtig sprang der Funke aber nicht über. Erst als sie in einem Altenheim Einblicke in die Tätigkeit einer Hauswirtschafterin gewann, fand sie ihren Traumjob.

„Ich merkte, dass es mir liegt, Menschen zu versorgen", sagt sie. Nun lernt sie den Beruf im Tagungszentrum Hohenheim, der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Die Ausbildung als Hauswirtschafterin stellen sich viele leicht vor. Um mehr als putzen und kochen kann es dort schließlich kaum gehen, denkt mancher. Doch weit gefehlt. Die Fachkräfte müssen Organisationsprofis sein. Sie managen die Versorgung in sozialen Einrichtungen wie Altenheimen, Krankenhäusern oder Kindertagesstätten. Sie sind in Privathaushalten oder landwirtschaftlichen Betrieben im Einsatz.

Bei ihrer Arbeit müssen sie Wirtschaftlichkeit, Hygiene und Umweltschutz beachten, sagt Ute Krützmann. Sie ist Vorsitzende des Berufsverbands Hauswirtschaft in Weinstadt (Baden-Württemberg).

Wer die Ausbildung machen will, muss keinen bestimmten Schulabschluss vorweisen können. Die Betriebe stellen überwiegend junge Leute mit Hauptschulabschluss ein. Von Bewerbern wird eine sorgfältige Arbeitsweise erwartet. So müssen sie etwa die Budgets verwalten.

Jugendliche dürfen sich nicht am schlechten Image der Branche stören. „Hättest Du nichts Besseres finden können?" Diese Frage bekommt Roswitha Luisa Siegmann ab und an zu hören. Nicht überall stößt sie auf Anerkennung, wenn sie erzählt, welchen Beruf sie erlernt. „Bei solchen Gesprächen muss ich mit Vorurteilen aufräumen", erzählt die junge Frau.

Zu den Aufgaben von Hauswirtschaftern gehört es, Essenspläne zu erstellen und Einkaufslisten zu schreiben. Sie bereiten Mahlzeiten zu und richten sie altersgerecht an. Sie reinigen Räume und Textilien. In landwirtschaftlichen Betrieben kümmern sie sich zusätzlich um die Gartenpflege, verarbeiten und verkaufen Obst und Gemüse.
Jugendliche lernen häufig im Betrieb und in der Berufsschule. Aber auch eine rein schulische Ausbildung ist möglich.

Die Ausbildungsvergütung liegt im ersten Ausbildungsjahr nach BIBB-Angaben zwischen 580 und 603 Euro, im zweiten zwischen 625 und 651 und im dritten zwischen 684 und 707 Euro. Nach der Ausbildung könnten Einsteiger zwischen 1500 und 2000 Euro brutto verdienen.
dpa-Magazin / mag
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