In allen Branchen gefragt: Kaufleute im Groß- und Außenhandel

Von wegen Bürojob: Wer als Großhandelskaufmann arbeitet, ist immer wieder auch im Lager unterwegs. (Foto: Markus Scholz)

Sie sind in der Industrie, im Handwerk und im Handel zu finden: Kaufleute im Groß- und Außenhandel werden in fast allen Branchen gebraucht. Und egal welche Fachrichtung Azubis einschlagen: Organisationstalent, Interesse an wirtschaftlichem Handeln, Finanzen und Verkauf sowie Kommunikationsbereitschaft werden vorausgesetzt.

"Wir sind gewissermaßen die Zwischenhändler." So beschreibt Mirco Hildebrandt die Aufgabe von Groß- und Außenhandelskaufleuten kurz und prägnant. Hildebrandt, 26, aus Lüneburg, hat diese Ausbildung in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossen und arbeitet seitdem bei seinem Ausbildungsunternehmen: dem Farb- und Lackspezialisten Brillux.

Hildebrandt ist in der Lüneburger Niederlassung des Unternehmens tätig. Zu seinen Kunden zählen Maler- und Stuckateurbetriebe, Baufirmen und Raumausstatter. Er hat mit Unternehmen zu tun, nicht mit Privatkunden. Die kaufen natürlich ganz andere Mengen als etwa ein durchschnittlicher Baumarktkunde. Der Verkäufer muss die pünktliche Lieferung dieser Mengen sicherstellen können. Ohne die Produkte können Hildebrandts Kunden nicht arbeiten.

Kaufleute im Groß- und Außenhandel hantieren häufig mit großen Warenmengen. "Sie sind ein zentrales Element der Vertriebskette", sagt Silvia Annen vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Aus der Masse der kaufmännischen Berufe sticht dieser durch starken Fokus auf Logistik und Warenwirtschaft heraus, erläutert sie.

Die Ausbildung ist populär und rangiert bei Männern unter den Top 10 hinsichtlich der Zahl der Ausbildungsverhältnisse. Ein bestimmter Schulabschluss ist für die Ausbildung nicht vorgeschrieben. "Die meisten Betriebe setzen zumindest die mittlere Reife voraus", sagt Selcan Emir. Die Tendenz gehe zur Hochschulreife.

Bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs sollten sich angehende Azubis bewusst sein, dass sie sich intensiv mit dessen Waren beschäftigen. Blumen, Autoteile, Baustoffe – mit jedem Unternehmen wartet ein anderes Warenfeld. In Mirco Hildebrandts Fall ist es die Welt der Lacke und Farben, der Wärmedämmung und Werkzeuge. "Um meine Kunden wirklich gut zu beraten, brauche ich technisches Wissen zu unseren insgesamt 12 000 Produkten." mag
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