Krankenbesuch bei Kollegen

Krankenbesuche bei Kollegen sind ohne vorherige Nachfrage tabu. Ein "Es stört doch wohl nicht?" reiche dafür nicht aus, warnt der Etikette-Experte Hans-Michael Klein aus Essen.

"Man muss in diesem Fall besonders sensibel fragen und sensibel hinhören." Als Faustregel gelte außerdem: Kranke besucht man nicht gleich nach ein, zwei Tagen, sondern erst nach mindestens einer Woche Abwesenheit. Und auch dann sollte man nicht zu lange bleiben: "Eine halbe Stunde gilt als höflich", erläutert der Vorsitzende der Deutschen Knigge Gesellschaft. "Sich nach zehn Minuten wieder zu verabschieden, geht nicht, zwei Stunden bleiben auch nicht." Besuche im Krankenhaus sind nicht ungewöhnlich, Besuche bei Kranken zu Hause sind nur bei einem engen Verhältnis zu dem Kollegen kein Problem. "Das eigene Zuhause ist noch einmal intimer", sagt Klein, wobei schon die Krankheit selbst etwas Intimes sei. Aber auch im Krankenhaus ist Fingerspitzengefühl gefragt. "Sich aufs Bett zu setzen zum Beispiel macht man nicht." Auch die Frage, mit wie vielen Kollegen man ins Krankenzimmer kommt, ist eine Überlegung wert: "Es sollten nicht zu viele sein, drei sind okay, mehr als fünf oder sogar zehn unbedingt zu viele."
dpa-Magazin / mag
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden