Plötzlich arbeitsunfähig: Welche Versicherungen dann helfen

Wer durch eine Krankheit oder einen Unfall nicht mehr Arbeiten kann, steht schnell vor finanziellen Problemen. Denn fehlt das regelmäßige Einkommen, wird es häufig schwer, den eigenen Lebensstandard zu halten.

Oft müssen Betroffene auch zusätzliche Ausgaben für medizinische Behandlungen stemmen und ihre Rente fällt sehr gering aus. Denn die gesetzliche Rentenversicherung zahlt in der Regel eine Erwerbsminderungsrente nur bei Vollinvalidität – davon sind jedoch Versicherte eher selten betroffen. Deshalb gilt: "Jeder, der aus eigenem Einkommen und nicht aus Vermögen lebt, sollte sich gegen den Ausfall seiner Arbeitskraft versichern", sagt Brigitte Mayer von der Verbraucherzentrale Hessen.

Viele Experten raten dazu, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzuschließen. Sie springt ein, wenn der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. "Das ist ein großer Unterschied zur Erwerbsminderungsrente", sagt der unabhängige Versicherungsmakler Thomas Kliem aus Berlin. "Gute Verträge zahlen bereits, wenn die letzte Tätigkeit zu 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann." Als berufsunfähig gilt meist, wer länger als ein halbes Jahr ausfällt.

Gute Tarife sind häufig teuer. Die Höhe der Beitrag hängt meist davon ab, welchen Beruf der Versicherte ausübt – dabei zählt das Risiko, berufsunfähig zu werden, erklärt Großmann. Die monatlichen Beiträge etwa für Maurer, Dachdecker und Krankenpfleger fallen deshalb besonders hoch aus.

Kann ein Handwerker sich den BU-Tarif nicht leisten, ist eine Multi-Risk-Versicherung eine denkbare Alternative – ein Kombiprodukt aus Unfall-, Krankheits- und Invaliditätsschutz. Auch eine Dread-Disease-Versicherung könnte für ihn dann interessant sein – dabei werden aber immer nur bestimmte, medizinisch definierte Krankheiten versichert.

Wer aus gesundheitlichen Gründen keinen Vertrag erhält, kann alternativ eine Versicherung gegen Erwerbsunfähigkeit abschließen. "Die ist zwar nicht viel billiger als eine Berufsunfähigkeitspolice, sie setzt aber oft keine Gesundheitsprüfung voraus", sagt Kliem. Die Anforderungen für den Versicherungsfall sind aber strenger: Der Anbieter zahlt nur, wenn man gar nicht mehr arbeiten kann. mag
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