Schüchtern und erfolgreich: Als Introvertierter im Job gehört werden

Im Meeting kommen Introvertierte häufig kaum zu Wort. Während sich die Extrovertierten die Bälle zuspielen, sind sie oft zu zaghaft. Hier können Notizen helfen. (Foto: Christin Klose)

Sich in den Mittelpunkt stellen und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Schüchternen Menschen fällt das schwer. Häufig werden sie deshalb von Führungskräften übersehen. Doch man kann lernen, sich in das rechte Licht zu rücken. Hier kommen einige typische Situationen.

 • Chef-Gespräch: Wenn der Chef zum Gespräch lädt, ist das erstmal mit tausend Fragen verbunden. Extrovertierte Menschen kommen damit häufig ganz gut klar, denn sie vertrauen auf ihre Fähigkeit, stets die richtige Antwort parat zu haben. Introvertierte Menschen sind aber meistens nicht so spontan. "Sie würden am liebsten exakt wissen, was auf sie zukommt", sagt Coach Natalie Schnack. Eine Möglichkeit für Intros ist dann, den Chef vorab um Informationen zu bitten, worum es geht.

 • Das Meeting: Introvertierte Menschen überlegen in der Regel gut, bevor sie etwas sagen. In Meetings mit ausdrucksstarken Kollegen und Vorgesetzten kann das dazu führen, dass sie nie zu Wort kommen. Immer reden die gleichen Leute und werfen sich gegenseitig die Bälle zu. "Die introvertierten Menschen bekommen dann schnell das Gefühl, dass ihre Meinung nicht gefragt ist", sagt Coach Schnack. Dieser Teufelskreis lässt sich aber durchbrechen. Schritt 1: Begreifen, dass die eigene Meinung gefragt ist, die Kollegen nur nicht gewohnt sind, sie zu hören. Schritt 2: Sich fest vornehmen, etwas zu sagen.

 • Die Betriebsfeier: Ob Firmenjubiläum oder Chef-Geburtstag – für zurückhaltende Menschen können diese Massenveranstaltungen ein anstrengender Pflichttermin sein. Small-Talk ist ihnen ein Gräuel, Netzwerken eine echte Herausforderung. Während andere Kontakte knüpfen, stehen sie still in der Ecke und nippen an ihrem Getränk. Anne Heintze, Coach zum Thema, empfiehlt Introvertierten, sich einen Verbündeten zu suchen. "Verabreden Sie sich mit einem Kollegen vor Ort oder fahren Sie bereits gemeinsam hin." Sinnvoll sei auch, sich im Vorfeld zu überlegen, mit wem und worüber man sprechen kann.

 • Das Großraumbüro: Für introvertierte Menschen ist der hohe Geräuschpegel in Großraumbüros eine starke Belastung. "Introvertierte reagieren schneller gestresst auf Außenreize als Extrovertierte", erklärt Felicitas Heyne, Psychologin und Buchautorin. Sie empfiehlt leisen Gemütern, zu überprüfen, ob es am Arbeitsplatz Verbesserungsmöglichkeiten gibt: Existieren Rückzugsräume? Gibt es flexiblere Arbeitszeiten? Sind Ohrstöpsel eine Lösung? Man sollte den Kollegen allerdings erklären, warum man diese Maßnahmen ergreift, damit die sich nicht vor den Kopf gestoßen fühlen. mag
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