Service und Direktor: Hotelkaufleute gibt es in fast allen Positionen

Im Service mitanzupacken, gehört für angehende Hotelkaufleute dazu. Später übernehmen die Fachkräfte Managementaufgaben. Dafür müssen sie wissen, wie die Abteilungen funktionieren. (Foto: Dehoga/Cordula Giese)
 
Von der Buchhaltung bis zur Personalplanung: Hotelkaufleute sorgen für einen reibungslosen Ablauf im Betrieb. Wer den Beruf erlernen will, sollte mindestens einen guten Realschulabschluss haben. (Foto: Dehoga/Cordula Giese)

Irgendwann ein Hotel leiten – wer davon träumt, ist in der Ausbildung zum Hotelkaufmann nicht verkehrt. Die Fachkräfte sind im Gastgewerbe in vielen Positionen zu finden – sie arbeiten in der Buchhaltung, im Service und mancher schafft es bis in den Chefsessel. Die Ausbildung ist allerdings auch sehr gefragt, beobachtet Elisabeth Köhnke vom Oberstufenzentrum OSZ Gastgewerbe in Berlin.

Hotelkaufleute beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit kaufmännischen und organisatorischen Fragen. "Sie übernehmen Aufgaben im Marketing und im Personalwesen", erklärt Sandra Warden. Sie ist Geschäftsführerin beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Später können sie theoretisch überall auf der Welt arbeiten: Ob Jamaika, Dubai oder Hongkong – überall seien deutsche Hotelkaufleute in Positionen bis hin zum Hoteldirektor zu finden.

Viele Unternehmen erwarten von ihren künftigen Auszubildenden mindestens einen guten Realschulabschluss. Oft wünschen sie sich sogar die Hochschulreife. Gute Kenntnisse in Deutsch, Mathe und Englisch sind Pflicht. "Wichtig sind zudem Tugenden wie Pünktlichkeit, Flexibilität und Zuverlässigkeit", erklärt Köhnke. Vor allem größere Hotels oder Hotelketten bilden aus. Dort ist der Verwaltungsaufwand besonders groß, und Auszubildende können mehrere Abteilungen durchlaufen. Und Jugendliche sollten sich nichts vormachen: "Das ist harte Arbeit", sagt Anita Milolaza. Sie ist Expertin für das Gastgewerbe beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und selbst gelernte Hotelkauffrau.

Azubis verdienen laut der Bundesarbeitsagentur zwischen 479 Euro im ersten und 757 Euro im letzten Ausbildungsjahr. Das Einstiegsgehalt liegt laut Warden zwischen 1700 bis 2000 Euro brutto pro Monat. Es kann aber auch darunter liegen. Mit steigender Personal- und Budgetverantwortung erhöht sich das Einkommen.

Begrenzte Plätze

Doch einen der Ausbildungsplätze zu ergattern, ist nicht einfach. "Es gibt nur eine begrenzte Zahl an Ausbildungsplätzen", erklärt Milolaza. Nach den aktuellsten Daten von 2012 starteten damals rund 480 Schulabgänger in die Ausbildung. Wer keinen Platz bekommt, kann die Ausbildung zum Hotelfachmann machen. Sie hat zwar kaum betriebswirtschaftliche Inhalte. Doch das Wissen können Jugendliche später im Laufe einer Weiterbildung erwerben, erläutert Warden.

Wer glaubt, dass sich Hotelkaufleute während ihrer Ausbildung nur mit Zahlen beschäftigen, irrt. In den ersten zwei Jahren machen sie die gleichen Aufgaben wie Auszubildende in anderen gastgewerblichen Berufen. Sie arbeiten im Service oder in der Küche. Sie lernen, wie sie in der Küche Waren annehmen, Bestellungen machen oder Dienstpläne erstellen. Sie müssen wissen, welcher Wein zu welchem Menü passt oder wie sie eine sinnvolle Menüfolge zusammenstellen. "Nur wenn die Auszubildenden verstehen, wie die Abteilungen funktionieren, können sie später Leitungsfunktionen übernehmen", erklärt Milolaza.

Den Reiz des Berufs macht laut Warden vor allem seine Vielseitigkeit aus. "Fachkräfte können in einem Fünf-Sterne-Hotel unterkommen oder in einer Hotelkette – die Aufgaben sind unterschiedlich." Außerdem sei das Gastgewerbe international: Hotelkaufleute können theoretisch auf der ganzen Welt arbeiten.
dpa-Magazin / mag
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