So bekommen Mitarbeiter mehr Gehalt

Jammern, dass alles teurer geworden ist: Das kommt bei Gehaltsverhandlungen nicht gut an. Besser ist, die eigenen Leistungen zu betonen. (Foto: Britta Pedersen)

Über Geld spricht man nicht, sagt der Volksmund. Wohl auch deshalb fällt es vielen Beschäftigten schwer, ihren Chef um mehr Geld zu bitten. Statt sich der Situation zu stellen, nehmen es viele lieber in Kauf, jahrelang das gleiche zu verdienen. Wer sich dann endlich überwindet, hat oft viele Fragen. Wie das eigene Anliegen am besten durchbringen?

Ein sehr guter Zeitpunkt für das Gespräch ist das Frühjahr. Die meisten Mitarbeiter forderten zum Jahresende mehr Gehalt, sagt der Karriereberater Jürgen Hesse. Die eigene Forderung dann zu stellen, wenn nicht gleichzeitig noch viele andere vorstellig werden, sei psychologisch klüger. Allerdings gibt es auch Ereignisse, bei denen Mitarbeiter von einer Gehaltsverhandlung besser absehen. Das ist etwa der Fall, wenn ein wichtiger Kunde abgesprungen ist.

Drei Fallstricke sollten Arbeitnehmer vermeiden: "Jammern, dass alles teurer geworden ist, auf Kosten anderer argumentieren und dem Chef drohen", zählt Hesse auf. Stattdessen kommt es auf realistische Forderungen an. "Man muss immer etwas höher pokern, um das zu bekommen, was man will. Aber nicht zu hoch, dass der Chef verärgert ist", rät Hesse. Eine gute Größe sei eine Erhöhung etwa um drei Prozent des Bruttojahresgehalts. Alles jenseits der fünf Prozent sei hingegen unwahrscheinlich.

Ein realistischer Zeitraum, um mehr Gehalt zu fordern, ist alle 18 Monate bis zwei Jahre. Voraussetzung ist allerdings, dass Mitarbeiter in dieser Zeit ihre Leistung gesteigert haben, erklärt Martin Wehrle, Karriereberater aus Appel bei Hamburg. Die Tatsache allein, dass Beschäftigte wieder 18 Monate länger für eine Firma gearbeitet haben, sei noch kein Erhöhungsgrund.

Doch es muss nicht immer Geld sein, über das Vorgesetzter und Mitarbeiter verhandeln können. Ein Dienstwagen oder ein Smartphone - das sind nur einige der steuerfreien Zuwendungen, von denen Arbeitnehmer profitieren. Auch sogenannte Sachzuwendungen wie Benzin- oder Essensgutscheine können eine nette Beigabe sein. "Sie sind aber nur bis 44 Euro pro Monat steuerfrei", sagt Klocke. Vorsicht sei hingegen geboten bei Zuschüssen etwa zur privaten Vorsorge. Das könne als verkappter Lohn gesehen werden und müsse versteuert werden.

Literatur: Jürgen Hesse/Hans-Christian Schrader: "Die 100 wichtigsten Tipps für die erfolgreiche Gehaltsverhandlung", Stark Verlag, 9,95 Euro, ISBN 978-3866686014; Martin Wehrle: "Geheime Tricks für mehr Gehalt: Ein Chef verrät, wie Sie Ihren Chef überzeugen", Goldmann, 9,99 Euro, ISBN 978-3442174287

dpa-Magazin / mag
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