So harmonieren Alt und Jung im Job

Junge Mitarbeiter punkten mit aktuellem Fachwissen und frischen Ideen. Die älteren Kollegen haben dagegen die Erfahrung, um Projekte umsichtig planen zu können. Arbeiten Jung und Alt im Team zusammen, ergänzen sich im Idealfall ihre Fähigkeiten.

Die Folge sind oft bessere Ergebnisse, als wenn alle Mitarbeiter im gleichen Alter sind. "Je kreativer und innovativer ein Arbeitsbereich ist, desto sinnvoller und auch effektiver sind heterogene Teams", sagt Amina Özelsel, Arbeitspsychologin in Hamburg. Unterscheiden sich Mitarbeiter hinsichtlich ihres Alters, bringe das in ein Team verschiedene Erfahrungen und Qualifikationen ein.Allerdings bergen altersgemischte Teams auch ein enormes Reibungspotenzial, warnt Svenja Hofert, Karriereberaterin in Hamburg. Zu Themen wie Arbeitsstil, Umgangsformen oder Hierarchie gibt es in den Generationen oft ganz unterschiedliche Ansichten. Während viele Jüngere zum Beispiel einen eher informellen Ton pflegen, sind Ältere es häufig förmlicher gewohnt.

"Es bestehe auch die Gefahr, dass sich die älteren Mitarbeiter von den jüngeren an die Seite gedrängt fühlen", sagt Theo Bergauer, Karrierecoach aus Waldsassen in Bayern. Gleichzeitig hätten Jüngere schnell den Eindruck, dass sie von den Älteren ausgebremst werden.

Er rät erfahrenen Mitarbeitern, sich nicht auf den schon verdienten Lorbeeren auszuruhen. Für sie seien die frischen Ideen der Jungen häufig einfach unbequem. "Da muss man sich schon aus seiner Komfortzone, in der man sich möglicherweise jahrzehntelang eingerichtet hat, herausbewegen", so Bergauer. Ältere Arbeitnehmer sollten sich fragen, was sie noch erreichen wollen und wie sie ihre Qualitäten einbringen können.

Ein Problem sind für viele Jüngere die hierarchischen Strukturen in Unternehmen, sagt Hofert: "Da sitzen oft eingefleischte Alpha-Tierchen, die sich nicht gerne etwas von jüngeren Kollegen sagen lassen." Wenn seit 30 Jahren die Platzhirsche in einem Team sitzen, komme ein junger Kollege mit neuen Ideen häufig nicht weiter.

Ob die Zusammenarbeit gelingt, hängt vor allem davon ab, wie viel Toleranz und Wertschätzung die Kollegen einander entgegenbringen: "Dafür muss man die Perspektive des anderen als wertvoll ansehen und nicht als altmodisch oder eben zu modern abtun", sagt Hofert. Um so eine Haltung sollte sich jeder Kollege bemühen.


dpa-Magazin / mag
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