Systemgastronomen managen Restaurants

Der angehenden Systemgastronomin Jasmin Müller macht der Umgang mit Gästen viel Spaß. (Foto: Franziska Koark)

Blöde Reaktionen von den Freunden habe sie eigentlich nicht bekommen. Viele hätten zwar gesagt: "Mein Ding ist es nicht", erzählt Jasmin Müller. Aber die meisten fänden ihren Job ganz cool. Die 21-Jährige macht eine Lehre zur Fachfrau für Systemgastronomie in einem Fast-Food-Restaurant.

Zu großen Teilen sind die Abläufe in diesen Restaurants standardisiert. Da die Arbeit für das Personal dadurch ganz anders ist als in anderen Restaurants, ziehen sich die Ketten seit 1998 ihr eigenes Fachpersonal heran: die Fachmänner und Fachfrauen für Systemgastronomie.Drei Dinge brauchen junge Menschen, die diese Lehre machen wollen: "Eine hohe Affinität zur Dienstleistung", nennt Jörg Wiedemann, Senior Consultant Berufsausbildung einer internationalen Fast-Food-Kette, das Wichtigste. Sie dürften die Schichtarbeit nicht scheuen. Denn Fachkräfte für Systemgastronomie sind häufig auch am Wochenende und nachts im Einsatz. Und schließlich müssten sie gut im Team arbeiten können.

Theoretisch lässt sich die Lehre auch mit einem Hauptschulabschluss machen. Tatsächlich hatte von den Ausbildungsanfängern im Jahr 2010 nach Auskunft der Bundesagentur für Arbeit (BA) fast jeder Zweite (46 Prozent) einen Realschulabschluss. Fast jeder Fünfte (17 Prozent) besaß Abitur. Denn auch wenn die Tätigkeiten im ersten Lehrjahr meist noch relativ simpel sind: Im zweiten und dritten Lehrjahr steigen die Anforderungen deutlich an.

Die Vergütung der Lehrlinge ist verglichen mit denen von Restaurantfachleuten gar nicht so gering. So bekommen Auszubildende laut der BA im ersten Lehrjahr zwischen 600 und 670 Euro. Im dritten Lehrjahr gibt es zwischen 730 und 830 Euro. Nach der Ausbildung starten sie mit einer Bruttogrundvergütung von rund 2000 Euro.

Dennoch: Die Gastronomie ist bei Jugendlichen im Allgemeinen eine ziemlich unbeliebte Branche. "Man muss viel stehen und hat die Schichtarbeit", nennt Simon Grupe, Ausbildungsexperte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), zwei Nachteile. Nach der Lehre sind die Perspektiven auf eine Übernahme meist sehr gut.


dpa-Magazin / mag
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