Auftakt zum Themenjahr Reformation und Politik

Mitte. Opposition und friedlicher Widerstand. Die Zionskirche bot zu DDR-Zeiten oppositionellen Gruppen Raum und Schutz.

Von der Zionskirche ging Mitte der 80-er Jahre ein entscheidender Impuls für den Aufbruch im Osten aus. Der damalige Pfarrer Hans Simon unterstützte die Oppositionsbewegung. In den Kellern des Pfarrhauses der Zionsgemeinde druckte die berühmte Umweltbibliothek ihre von der DDR-Diktatur gefürchteten Umweltblätter. Am 25. November 1987 stürmten Stasileute die Räume und sperrten einige Friedens- und Umweltaktivisten ein. Mahnwachen und Protestveranstaltungen wurden danach zum Ausgangspunkt für landesweite Proteste. Auf Druck der Medienberichte im Westen ließ die Stasi die Oppositionellen nach ein paar Tagen wieder frei. Schlagzeilen machte die Zionskirche auch, als am 17. Oktober 1987 DDR-Skinheads aus der rechten Szene der DDR ein Konzert der Westberliner Band "Element of Crime" und der Ost-Punkband "Die Firma" überfielen und Besucher schwer verletzten. Wegen der unterlassenen Hilfe der anwesenden Volkspolizei halten sich seitdem hartnäckig Gerüchte, dass die Stasi ihre Hand im Spiel hatte.

"Widerstand braucht Räume" heißt eine Veranstaltungsreihe, mit der die Gemeinde am Weinberg, zu der die Zionskirche gehört, gemeinsam mit der Robert-Havemann-Gesellschaft an 25 Jahre Friedliche Revolution erinnern will. Den Auftakt ins Themenjahr macht am 6. April um 10 Uhr ein Gottesdienst unter dem Thema "Hier stehe ich" mit der bekannten Pfarrerin Margot Käßmann. Im Anschluss wird die Ausstellung "Gesichter der Friedlichen Revolution" des Fotografen Dirk Vogel eröffnet. Die Laudatio hält Professor Paul Nolte. Dazu gibt es Livemusik vom Liedermacher und ehemaligen DDR-Dissidenten Stephan Krawczyk. Ab 14 Uhr führt Carlo Jordan Besucher durch den Kiez. Sein Spaziergang "25 Jahre Friedliche Revolution rund um Zion" thematisiert am Beispiel der Umweltbibliothek Formen des Widerstands gegen diktatorische Staatsformen. Um 16 Uhr diskutieren im Erzählcafé die Zeitzeugen Gerold Hildebrand, Sarah Jasinszczak, Carlo Jordan und Wolfgang Rüddenklau über Formen der politischen Einmischung und die eigene Haltung dazu.

Weitere Informationen unter www.zionskirche-berlin.de und www.widerstandsraeume.de.

Dirk Jericho / DJ
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