Kokosmehl als gesunde Alternative für glutenhaltige Mehle

Kokosmehl ist ein echter Allrounder in der Küche. Es besitzt viele gute Eigenschaften, die selbst beim Aussetzen hoher Temperaturen wie etwa dem Backen bestehen bleiben. Welche Eigenschaften das sind, was sich konkret hinter Kokosmehl versteckt und wie es in der Küche einzusetzen ist, zeigt der nachfolgende Artikel.

Was ist Kokosmehl eigentlich?

Kokosmehl besteht aus dem getrockneten Fleisch einer Kokosnuss. Bis hierher ist es den bekannten Kokosflocken gleich. Doch es bedarf zwei weitere Arbeitsschritte, um als Kokosmehl zu gelten: Das getrocknete Kokosfleisch wird zunächst entölt und anschließend fein gemahlen. So lässt es sich als Alternative für Mehl und Co. verarbeiten. Dabei hat es mit den typischen Getreidesorten, aus denen man Mehl gewinnt, kaum etwas gemein. Denn Getreide gehört zu der Familie der Süßgräser, während eine Kokosnuss zur Familie der Palmengewächse zählt. Diese kommen vor allem in tropischen und subtropischen Ländern wie etwa in Sri Lanka vor. Etwa alle 6 Wochen kann geerntet werden, wobei eine Palme gut 30-40 Kokosnüsse trägt. Das Kokosmehl wird meist direkt vor Ort hergestellt. Damit ist gewährleistet, dass das Kokosfleisch frisch ist und seine guten Eigenschaften behält.

Warum ist Kokosmehl eine gute Alternative für glutenhaltige Mehle?

Kokosmehl eignet sich besonders gut für Menschen mit einer Zöliakie, also einer Gluten-Unverträglichkeit. Unter Gluten versteht man das Eiweiß, das in den Getreidesorten steckt. Es dient als Klebstoff, der besonders beim Backen wichtig ist. Denn durch Gluten wird ein Teig schön geschmeidig und elastisch.
Kokosmehl ist glutenfrei, da es nicht, wie oben erwähnt, aus den üblichen Getreidesorten wie Weizen, Gerste, Dinkel oder Roggen gewonnen wird. Dennoch lässt es sich als Ersatz zum Backen von süßen und deftigen Teigen verwenden. Aber auch Menschen mit einem empfindlichen Verdauungstrakt sollten auf Kokosmehl zurückgreifen, da es besonders schonend für Magen und Darm ist.

Welche Eigenschaften hat Kokosmehl noch?

Kokosmehl ist nicht nur glutenfrei, sondern lässt auch den Cholisterinspiegel kaum ansteigen. Das liegt an dem niedrigen Fettgehalt, denn dem Kokosmehl wird das Kokosöl entzogen. Somit ist es sehr fettarm und eignet sich für bestimmte Ernährungsweisen und Diäten wie z. B. für Low Carb Rezepte.

Darüber hinaus lässt Kokosmehl den Blutzuckerspiegel nicht so stark ansteigen. Das liegt daran, dass Kokosmehl gesunde mittelkettige Kohlehydrate (MCT) besitzt. Anders als z. B. bei glutenhaltigen Mehlsorten wie Weizenmehl ist der Körper länger mit der Verdauung beschäftigt, sodass er auch länger satt bleibt. Die mittelkettigen Kohlehydrate werden vom Körper direkt zur Energiegewinnung verwendet und nicht als Körperfett gespeichert. Die Folge ist, dass der Blutzuckerspiegel nicht so schnell ansteigt wie bei glutenhaltigen Mehlsorten. Das freut nicht nur Menschen, die Probleme mit dem Zuckerstoffwechsel oder Diabetes haben. Dadurch fühlt sich jeder Mensch fit und man kann ohne Reue genießen.

Die mittelkettigen Kohlehydrate des Kokosmehls fördern zudem die Aufnahme von Mineralien wie Calcium oder Magnesium sowie Vitamine aus der Nahrung. Darüber hinaus besitzt Kokosmehl viele Proteine und vor allem Ballaststoffe: Bis zu 50 % enthält Kokosmehl die gesunden Ballaststoffe, die besonders für den Darmtrakt und für eine gesunde Verdauung wichtig sind. Etwa 20 % Eiweiß sowie etwa je 15 % Fett und Kohlehydrate machen den Rest aus.

Wo erhält man Kokosmehl und wie ist der Geschmack?

Kokosmehl gibt es oft in Reformhäusern zu kaufen. Aber auch diverse Online-Shops bieten die glutenfreie Alternative an. Kokosmehl erhält man oftmals als Bio-Variante, sodass es auch in vielen Bio-Läden zu finden ist. Einige Supermärkte haben Kokosmehl ebenfalls in ihr Sortiment aufgenommen, da die Nachfrage immer größer wird.

Der Preis für Kokosmehl ist weit teurer als andere Mehlsorten oder glutenfreie Alternativen wie etwa Buchweizen- oder Reismehl. Das liegt mitunter an den weiten Flugstrecken, die die Kokosnüsse hinlegen müssen. Denn Kokosnüsse kommen nicht in unseren heimischen Gärten vor. Die Anbaufläche ist somit wesentlich kleiner als z. B. unsere Weizenfelder. Außerdem wird Kokosmehl oft als Bio-Variante angeboten, was ein weiterer Grund für die hohen Preise darstellt. Ein Kilogramm Kokosmehl kostet im Schnitt zwischen 10 und 20 Euro. Allerdings benötigt man z. B. zum Backen weniger Kokosmehl als im Rezept angegeben. Meist gleicht man es mit Eiern oder Flüssigkeit aus. Leider lässt sich nicht jedes Rezept eins zu eins umrechnen, sodass erprobte Rezepte oder eine gewisse Experimentierfreudigkeit nötig sind.

Der Geschmack des Kokosmehls ist sehr mild. Daher können nicht nur süße, sondern auch deftige Backwaren wie Brote, Brötchen, Pfannkuchen oder Pizzateige damit hergestellt werden. Kokosmehl kann man auch als Topping für Joghurts oder Eis verwenden, da es leicht süßlich schmeckt. So spart man sich diverse Süßungsmittel. Außerdem eignet sich Kokosmehl als Bindemittel für Saucen, Suppen und Eintöpfe, da es eine gute Bindeeigenschaft mitbringt. Allerdings bleibt stets ein leichter Nachgeschmack nach Kokosnuss erhalten.
Die Verwendung von Kokosmehl lohnt sich - wie oben erwähnt - aus verschiedenen Gründen. Ob der hohe Preis gerechtfertigt ist und der leichte Geschmack nach Kokosnuss einem zusagt, muss jeder letztendlich für sich selbst entscheiden.
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