Lauf-Rad soll verschwinden: Volksbühne will Wahrzeichen abbauen

Das Räuber-Rad gehört zur Volksbühne und ist längst ein Symbol in Mitte. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Volksbühne |

Mitte. Nach dem Ende der 25-jährigen Amtszeit von Volksbühnen-Intendant Frank Castorf im Sommer dieses Jahres soll die berühmte Rad-Skulptur verschwinden.

Das hat die Volksbühne mitgeteilt. Die Castorf-Truppe will ihr Symbol mitnehmen. „Wenn das Rad stehen bleiben würde, würde das eine Kontinuität suggerieren, die es nicht gibt“, sagte Chefdramaturg Carl Hegemann gegenüber der Deutschen Presse Agentur. Castorf und viele Mitarbeiter sähen das so. Seit Monaten brodelt ein heftiger Streit um Castorfs Nachfolger Chris Dercon, von dem das rebellische Volksbühnen-Ensemble nicht nur Gutes erwartet.

Die Metallskulptur vom Schweizer Designer Rainer Haußmann war nach einer Idee des im Sommer 2015 verstorbenen Chefbühnenbildners der Volksbühne, Bert Neumann, für eine „Räuber“-Inszenierung von Frank Castorf entworfen und 1994 aufgestellt worden. Haußmann will sein Räuber-Rad nach dem Ende der Castorf-Ära zurück.

Als Volksbühnen-Logo ziert das laufende Rad Flyer, Flaggen und Werbematerialien wie Streichholzschachteln und T-Shirts und wurde so zum Symbol für die Volksbühne im vergangenen Vierteljahrhundert unter Frank Castorf. Wie Carl Hegemann laut Medienberichten sagte, solle auch der Schriftzug „OST“ auf dem Dach der Volksbühne demontiert werden.

Kultursenator Klaus Lederer (Linke) soll laut Berliner Zeitung Verständnis für die Entscheidung des Künstlers Rainer Haußmann geäußert haben. „Das Rad gehört zur Intendanz Castorf“, zitiert ihn das Blatt. DJ
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