Online-Petition zum Erhalt des Menschen Museums gestartet

Umstrittene Schau. Im Menschen Museum sind echte Leichen in Szene gesetzt. (Foto: Tobias Tanzyna)
Berlin: Menschen Museum |

Mitte. Nach den juristischen Auseinandersetzungen um das von der Schließung bedrohte Menschen Museum im Sockelbau des Fernsehturms sammeln jetzt die Fans der Körperwelten Unterschriften für den Erhalt der Ausstellung mit plastinierten Toten.

Die Macher der Ausstellung wehren sich gegen die vom Oberverwaltungsgericht (OVG) angeordnete Schließung des Menschen Museums. Jetzt melden sich die Fans und Besucher der umstrittenen Anatomie-Ausstellung mit 20 Ganzkörperpräparaten von Plastinator Gunther von Hagens zu Wort. Über 1600 haben bisher auf dem Portal change.org eine Online-Petition „Für die Erhaltung des Menschen Museums von Gunther von Hagens am Berliner Alexanderplatz“ unterschrieben.

Begeisterter Besucher

Der Berliner Thomas Gerhardt hat die Beschwerde am 9. März gestartet. Sie richtet sich an Bürgermeister Christian Hanke (SPD). Hanke will das Museum schließen, weil die umstrittene Leichenschau gegen das Bestattungsgesetz verstoße. Darin ist festgelegt, dass Leichen nicht ausgestellt werden dürfen. Die Museumsbetreiber argumentieren jedoch, dass in ihrer Ausstellung wissenschaftliche Präparate und keine Leichen im Sinne des Bestattungsgesetzes gezeigt werden. Gegen die Nichtzulassung der Revision hat die Firma Arts and Sciences GmbH als Betreiberin des Museums Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingelegt, das im Dezember in zweiter Instanz die Schließung verfügt hatte. Christian Hanke plant bereits für die Zeit danach und will gemeinsam mit der Hauptstadtagentur Visit Berlin ein Touristenzentrum im Sockelbau des Fernsehturms einrichten.

Über 200.000 Besucher haben seit Eröffnung des Menschen Museums im Februar 2015 die spektakulär in Szene gesetzten Präparate von echten Toten gesehen. Thomas Gerhardt war so begeistert, dass er drei Tage nach seinem Besuch die Online-Petition zum Erhalt der Ausstellung gestartet hat. „Die ausgestellten Präparate sind höchst interessant and man bekommt einen Einblick in den Körper mit seinen Organen“, schreibt Gerhardt in seiner Online-Petition. Die Ausstellung dürfe nicht „willkürlich von ein paar altmodischen Politikern und deren Lobbyisten“ geschlossen werden.

Vielfache Unterstützung

„Wir freuen uns über die Unterstützung und hoffen, dass diese positive Rückmeldung auch den Politikern deutlich macht, dass unser Museum eine enorm wichtige Einrichtung für die allgemeine Gesundheitserziehung ist“, sagte Museumsleiterin Stefanie Hornung. Zu den Befürwortern der Leichenausstellung gehören zum Beispiel auch der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Bodo Pfalzgraf, sowie der Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Professor Klaus Püschel. DJ
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1 Kommentar
Ralf Drescher aus Köpenick | 03.04.2016 | 10:03  
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