Projekt „Film Wanderungen“ porträtiert Nachbarn am Rosa-Luxemburg-Platz

Der Zeitenwandel im Kiez rund um den Rosa-Luxemburg-Platz spiegelt sich auch deutlich in der Architektur wider.
Berlin: Rosa-Luxemburg-Platz |

Im Rahmen der Berlinale ist am 24. und 25. Februar das Filmprojekt „Film Wanderungen“ zu sehen, in dem 140 Menschen sehr persönliche Einblicke in ihr Leben geben.

Gezeigt wird der fast achtstündige Film nicht etwa in einem dunklen Kinosaal, sondern in den Wohnzimmern der Protagonisten. Sie laden die Zuschauer ein, sich einige der insgesamt 31 Episoden gemeinsam anzuschauen und darüber ins Gespräch zu kommen. Sie selbst reden vor der Kamera über Familie und Heimat, über Freiheit und Migration, über Identität und Zugehörigkeit. Immer wieder wird die Geschichte und die Entwicklung im Kiez seit den Wendezeiten thematisiert. Da gibt es diejenigen, die schon seit mehr als 60 Jahren dort leben und die, die gerade erst zugezogen sind.

Die Idee zu dem Projekt hatte die Phenomen Berlin Filmproduktion. „Wir wollten unsere Nachbarschaft rund um den Rosa-Luxemburg-Platz porträtieren in einer Zeit, in der der Heimatbegriff zunehmend von einer politischen Rechten vereinnahmt wird“, erklärt Matthias Jochmann von Phenomen Films.

Die Interviews für den Film fanden drei Monate lang im Sommer 2017 statt. „Das war genau die Zeit zwischen dem Abbau des Räuberrads vor der Volksbühne und der Besetzung des Hauses. Auch wenn das für uns nicht im Mittelpunkt stand, so markierte er doch eine Zeitenwende, die viele Anwohner mit dem Übergang von einem gewissermaßen alten in ein neues Berlin beschrieben.“

Auch Reinfried wurde interviewt. Er wohnt schon lange am Rosa-Luxemburg-Platz. Obwohl sich seine Straße kaum verändert habe, sei das Viertel insgesamt doch internationaler geworden, findet er. Für ihn war es besonders schön, wie sich durch die Arbeit am Film die Nachbarn besser kennenlernten. Das hätten auch die Interviews der jungen Leute, „eine ganz frische und offene Truppe“, wie er sagt, mit angestoßen.

Die „frische Truppe“ waren Berliner und Zugezogene zwischen 19 und 34 Jahren. Sie kannten sich zuvor nicht, brachten aber Erfahrungen aus verschiedenen Kunstsparten und unterschiedlichen Kulturen mit. Vor Beginn der Dreharbeiten wurden erst einmal Kontakte zu den Bewohnern geknüpft, Veranstaltungen organisiert vom Spieleabend bis zum Konzert. Die Neugier  war groß. Welche Geschichten verbargen sich hinter Türen und Fenstern?

Das Ergebnis wird zur Berlinale gezeigt in der Reihe „Perspektive Deutsches Kino“. Karten gibt es an den Vorverkaufsstellen. Die „Film Wanderungen“ starten am 24. und 25. Februar jeweils um 14 Uhr am Rosa-Luxemburg-Platz in elf Gruppen und führen dann durch elf Wohnzimmer.
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