Umbau des Märkischen Museums beginnt / Neue Sonderausstellungsfläche ab 2017

Die Stadtmodelle im Sockelgeschoss kommen raus und werden künftig im Ephraim-Palais präsentiert. (Foto: Dirk Jericho)
 
Sogar ausgestopfte Tiere werden im untersten Geschoss präsentiert. Leonardo Cappai und Maria Spadolini aus Italien hat das Märkische Museum gefallen. Die Katakomben werden zukünftig für Sonderausstellungen genutzt. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Märkisches Museum |

Mitte. Das Märkische Museum und das benachbarte Marinehaus sollen umfassend saniert und das Zentrum des neuen Museums- und Kreativquartiers am Köllnischen Park werden.

65 Millionen Euro investieren der Bund und das Land Berlin in den kommenden Jahren für die Grundsanierung, Renovierung und Neuausstattung des Märkischen Museums und des benachbarten maroden Marinehauses.

Museum zum "Must see" machen

Paul Spies, seit Februar Direktor der Stiftung Stadtmuseum, , hat eine Zukunftsstrategie entwickelt, die das Museum zur Geschichte Berlins zu einem „Must see“ machen soll. Ausstellungen zu historischen und politischen Themen der Berlin-Geschichte und neue Formate der Sammlungspräsentation sollen mehr Besucher locken. „Die jetzigen Ausstellungen mit dem Rundgang ,Hier ist Berlin´, der sich über zwei Etagen verteilt, sind stark sammlungs- und objektbasiert. Das Narrativ in den Ausstellungen, die mit der Vor- und Frühgeschichte Berlins und der Mark Brandenburg beginnen, sich über das Mittelalter erstrecken und im 20. Jahrhundert enden, ist unklar“, so Spies´Analyse. Im Märkischen Museum werden Teile der rund 4,5 Millionen Objekte umfassenden Sammlung präsentiert.

Das Sockelgeschoss soll jetzt Sonderausstellungsfläche werden. In den Katakomben wird derzeit ein Sammelsurium mit allen möglichen Ausstellungsstücken gezeigt. Die Objekte in der archäologischen Abteilung kommen ins Museumsdorf Düppel, die beliebten Stadtmodelle ins erste Obergeschoss, wo eine Kurzfassung der Berlin-Geschichte erzählt wird. Im Herbst werden erste Schritte zur probeweisen Umgestaltung in dem historischen Gebäude von Ludwig Hoffmann stattfinden.

Alltag in der NS-Zeit

Im Frühjahr eröffnet im Sockelgeschoss der neue Bereich für Sonderausstellungen. Auf rund 700 Quadratmetern geht es um die Berliner NS-Geschichte aus der Alltagsperspektive. „Das Jahr 1937 markierte den Übergang von der Herrschaftskonsolidierung zur Kriegsvorbereitung und bildete innen- wie außenpolitisch eine kurze Phase relativer Ruhe. Dieser vergleichsweise ereignisarme Zeitraum steht im Mittelpunkt einer analytischen Darstellung des Großstadtalltags“, heißt es in der Beschreibung der geplanten Ausstellung. Zukünftige Ausstellungen beschäftigen sich mit populären und Nischenthemen wie Industrie- und Architekturgeschichte, Biografien, historischen Momenten und Ereignissen oder politischen Bewegungen.

Im ersten Obergeschoss wird es im Bereich „Bildung und Vermittlung“ mehr Raum zum Experimentieren für Schulklassen und Familien geben. Die beliebten Stadtmodelle werden ab 25. November in der Sonderausstellung Schloss.Stadt.Berlin. im Museum Ephraim-Palais präsentiert. Wegen der Umbauten ist die Dauerausstellung „Die ersten Berliner“ zur Ur- und Frühgeschichte im Sockelgeschoss sowie die Familienausstellung „Frag deine Stadt!“ nur noch bis zum 3. Oktober zu sehen. Die aktuelle Sonderausstellung „Wolfgang Leber - Bilder aus 50 Jahren“ wird bis 3. Oktober verlängert. Ab 4. Oktober sind beide Teilbereiche wegen der Umbauarbeiten geschlossen. Das Märkische Museum ist während der gesamten Umbauphase zum ermäßigten Preis von vier Euro immer dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. DJ
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