Wall AG erneuerte Glasplatte des Mahnmals auf dem Bebelplatz

Das Denkmal auf dem Bebelplatz hat wieder eine neue Glasplatte. (Foto: Wall AG)
Berlin: Bebelplatz |

Mitte. Zum Jahrestag der Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 hat die Plakatfirma Wall das Mahnmal auf dem Bebelplatz erneuert. Hunderte Besucher stehen jeden Tag auf der Glasplatte mitten auf dem Bebelplatz und schauen in die unterirdische Bibliothek.

Der israelische Künstler Micha Ullman hatte 1995 zwischen Staatsoper und der ehemaligen Königlichen Bibliothek einen fünf Meter tief in den Untergrund versenkten Ort der Stille gestaltet. Die "Versunkene Bibliothek", wie das Mahnmal mit leeren Bücherregalen unter einer Glasscheibe heißt, erinnert an die Bücherverbrennung der Nazis von 1933. Der gesamte Bebelplatz ist laut Ullman dabei das Denkmal. Eine Tiefgarage durfte deshalb nicht unter den Bebelplatz gebaut werden. Und nach langen Protesten durfte auch die Fashion Week nicht mehr ihre Laufstege auf dem Bebelplatz aufbauen.

Um das Mahnmal kümmert sich die Firma Wall. Der Stadtmöblierer und Außenwerber hat dazu eine Kooperation mit dem Bezirk Mitte, die noch bis 2016 läuft. Wall übernimmt die Kosten für Pflege und Wartung des Mahnmals inklusive der Lüftungsanlage sowie für Strom. Wie die Firma mitteilt, muss die Spezialglasplatte alle drei Monate erneuert werden, weil sie im Laufe der Zeit zerkratzt. Die Glasplatte allein kostet 1600 Euro, so Wall-Sprecher Michael Wehran.

Das Mahnmal zur Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz erinnert an den 10. Mai 1933. Nationalsozialistische Studenten hatten damals die Alte Bibliothek geplündert und mehr als 20.000 Bücher von Hunderten von Schriftstellern in der Mitte des Platzes verbrannt. Zum "undeutschen Schrifttum" gehörten zum Beispiel Werke von Brecht, Kästner, Tucholsky, Heine, Marx und Ossietzky. Die Wall AG engagiert sich auch für andere Gedenkorte. Dazu gehören zum Beispiel die zwei Litfaßsäulen in der Rosenstraße, die an den Protest von 1943 gedenken. Nichtjüdische Angehörige hatten wegen der "Fabrikation" die Freilassung von Verhafteten verlangt.


Dirk Jericho / DJ
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