Bezirksverordnete fordern Programm zu Hofbegrünung in Moabit und Wedding

Mitte. Mehr Grün in Höfen und an Hausfassaden fordern die Bündnisgrünen. Ihrem Antrag auf ein Hofbegrünungsprogramm stimmten jetzt der Stadtentwicklungsausschuss und die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) geschlossen zu.

Viele Innenhöfe seien versiegelt und würden daher von den Hausbewohnern kaum genutzt. Raum werde damit sinnlos verschenkt. Mit einem Hofbegrünungsprogramm könnten mehrere Ziele erreicht werden: neue Aufenthaltsräume, besserer Klimaschutz und mehr Zusammenhalt der Nachbarn, so der bündnisgrüne Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Frank Bertermann. Das Hofbegrünungsprogramm soll im Rahmen des Bund-Länder-Programms "Aktive Zentren" in den Kiezen Turmstraße und Müllerstraße greifen. Mieter sollen finanziell unterstützt werden, wenn sie Hausfassaden und Innenhöfe bepflanzen wollen - das Einverständnis des Hauseigentümers vorausgesetzt. Der BVV-Beschluss sieht allerdings vor, dass nur die Hälfte der Kosten als Zuschuss gewährt wird, "um privates Kapital in der gleichen Höhe zu mobilisieren". Weitere Auflagen sind: Die Hauseigentümer haben die Erklärung abzugeben, dass sie nach der Hof- und Fassadenbegrünung die Mieten nicht erhöhen. Es sollen ausschließlich Sachkosten für Pflanzen, Blumenkübel, Erde und ähnliches, aber keine Personalkosten bezuschusst werden, ebenso wenig Pflanzen, die keine "klare ökologische Funktion" haben, also Kohlendioxid nicht binden oder keine Insekten oder Vögel anlocken.

Der Bezirk Mitte kann dem BVV-Antrag allerdings nicht eigenständig umsetzen. Zuständig ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz. Man begrüße das Engagement der Bürger für die Hofbegrünung ausdrücklich, betont Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Der Umweltverband "Grüne Liga Berlin" biete im Rahmen des vom Senat geförderten Projekts "Berliner Hofgärten" Hilfe und Auskunft. Auch eine Förderung des Projekts im Programm "Aktive Zentren" sei vorstellbar. "Dazu ist aber zunächst erst einmal erforderlich, dass der Bezirk konkret inhaltliche Vorstellungen entwickelt. Unserer Verwaltung liegt noch kein Konzept oder Antrag vor", so Ehlert.


Karen Noetzel / KEN
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