Gewerbe statt Sozialprojekte: WBM einigt sich mit Kiez-Einrichtungen

Mitte. Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) ist ihrem Ziel, die großen Ladeneinheiten im Plattenbau Torstraße 201-209 leerzuziehen, einen weiteren Schritt näher gekommen. Das bezirkliche Begegnungszentrum und der Seniorenclub in der Torstraße 203 soll einen ehemaligen Hausmeisterstützpunkt beziehen.

Seit Monaten gibt es Proteste, weil die WBM vier Mietern in den Gewerbeeinheiten gekündigt hat. Das Unternehmen hatte dies mit der notwendigen Strangsanierung begründet. Grund ist jedoch, dass die WBM die überdimensionierten Läden sanieren, die Grundrisse optimieren und marktgerecht in der angesagten Gegend nahe dem Oranienburger Tor vermieten will. Kleinteilige Einheiten für Handel, Kultur und Dienstleitungen sollen entstehen.

Die langjährigen Kultur- und Sozialmieter hatten bisher Minimieten für große Räumlichkeiten bezahlt. Die Inselgalerie zum Beispiel konnte ihre Ausstellungen auf 400 Quadratmetern präsentieren, der bezirkliche Senioren- und Nachbarschaftstreff hatte bisher knapp 300 Quadratmeter in der Torstraße 203. Nach der Kündigung der von der Volkssolidarität betriebenen Begegnungsstätte gab es massive Proteste. „Alles paletti“ sagt plötzlich Sozialstadtrat Ephraim Gothe (SPD) nach einem Treffen mit WBM-Chef Jan Robert Kowalewski. Die WBM hat als Ersatz den bisherigen Hausmeisterstützpunkt in der Torstraße 190 Ecke Tucholskystraße angeboten. Gothe ist einverstanden und will das der BVV vorschlagen. Die Räume sind zwar 120 Quadratmeter kleiner und es gibt noch Klärungsbedarf wegen barrierefreier Umbauten, aber Clubleiterin Margit Beutler möchte trotz Bedenken nicht „mäkelig rüberkommen“, bevor alles geklärt ist.

WBM-Sprecherin Steffi Pianka hält sich vor der endgültigen Unterschrift auch zurück, betont aber, dass „für alle gute Lösungen gefunden wurden“. Die Inselgalerie wolle in ihrem derzeitigen Ausweichquartier in den Räumen einer ehemaligen Sparkasse am Bersarinplatz in Friedrichshain bleiben. Auch das Obdachlosenprojekt Klik hat nach heftigen Protesten Ersatzräume gegenüber und in der Linienstraße akzeptiert. Das private Design Panoptikum zieht derzeit ins Nikolaiviertel um. Laut Pianka sei der Betreiber mit den Kellerräumen für seine Gruselausstellung am neuen Ort sehr zufrieden. DJ
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